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Anonymous bekämpft den IS im Internet

Die islamistische Terrororganisation IS hackt kurzzeitig Konten von Newsweek & Co. Derweil bringt Anonymous knapp 700 Twitter-Streams offline - durch simples Auflisten.

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"Wir sind Moslems, Christen, Juden..." Anonymous betont in einem Video zur der Aktion die ökumenische Zusammenarbeit.

(Bild: Anonymous/Screenshot)

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Seit dem Terroranschlag auf die französische Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo kämpft Anonymous online gegen die islamistische Terrororganisation IS. Dem Hackerkollektiv ist es nun offenbar gelungen, rund 800 Twitter-Accounts und ein Dutzend Facebook-Seiten des IS offline zu nehmen. Dafür waren gar keine Hacks erforderlich: Anonymous veröffentlichte eine Liste einschlägiger Online-Präsenzen. Die meisten davon dürften daraufhin von Twitter und Facebook deaktiviert worden sein.

Google hat (noch) nicht reagiert. Die wenigen Google+-Profile und ein Blogspot-Blog in der auf Pastebin veröffentlichten Sammlung sind nach wie vor online. Möglicherweise verstoßen die in Arabisch gehaltenen Mitteilungen aber auch nicht gegen Googles Nutzungsbedingungen.

Anonymous führt zudem acht Webseiten an, die das Hacktivisten-Kollektiv nach eigenen Angaben offline genommen hat. Zum Teil sind diese inzwischen (wieder) online. Ebenfalls veröffentlicht wurde eine Sammlung von E-Mail-Adressen und VPN-Exit-Nodes, die Anonymous dem IS zuzählt.

Einzelne der von Anonymous aufgelisteten Verweise führen allerdings zu grausamen Photos. Zum Propaganda-Strategie des ISIS zählt eine gezielte Ästhetik der Grausamkeit.

Am Dienstag hatten IS-Hacker kurzfristig die Twitter-Feeds von Newsweek und Latin Times, die Website der International Business Times, sowie einen Tumblr-Account der Newsweek unter ihre Kontrolle gebracht. Das berichtet Newsweek selbst. Alle genannten Medien haben einen gemeinsamen Eigentümer, IBT Media.

Über Newsweeks Twitter-Feed verbreiteten die Angreifer unter anderem Drohungen gegen Michelle Obama, die Gattin des US-Präsidenten. Laut Newsweek ermittelt deswegen das FBI. Lange konnten sich die IS-Hacker aber nicht an ihrem Erfolg erfreuen. Nach lediglich 14 Minuten hatte Twitter das Konto wieder seinem rechtmäßigen Inhaber zurückgegeben. (ds)