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Anonymous hackt Verkehrsbetrieb des Großraums San Francisco

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Anonymous hat die Kundendatenbank des öffentlichen Verkehrsbetriebs im Großraum San Francisco (BART) gehackt und am Wochenende etliche Datensätze im Internet veröffentlicht. In einer zusammen mit den Daten publizierten Erklärung stellen die Hacktivisten ihre Tat in Zusammenhang mit der Erschießung zweier Fahrgäste durch BART-Sicherheitskräfte, die sich daran anschließenden Proteste und die Reaktion des Verkehrsbetriebs.

In der vergangenen Woche hat BART Mobilfunk-Basisstationen in seinem Verkehrssystem zeitweise abgeschaltet, um Demonstranten die Koordination ihrer Proteste zu erschweren. Die Hacker prangern in ihrer Erklärung zum einen den Einsatz tödlicher Waffen durch BART-Sicherheitskräfte an. Zum anderen beklagen sie die mit der Mobilfunknetz-Sperrung einhergehende Einschränkung des Rechtes auf Versammlungsfreiheit. Anonymous würde die Benutzerdaten veröffentlichen, um darzulegen, wie wenig BART seine Kunden wertschätze. Die Hacker entschuldigen sich gleichzeitig bei den Kunden, deren Daten sie publik machten; der eigentliche Sündenbock sei jedoch der Verkehrsbetrieb mit seiner mangelhaften Datensicherheit.

BART hat den Hack am Sonntag auf seiner Internetseite bestätigt. Daten von mindestens 2400 der 55.000 MyBart.org-Mitglieder seien entwendet worden. Die Datensätze beinhalteten Namen, Benutzernamen und Passwort im Klartext, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und teilweise die vollständige Postanschrift der Nutzer. Bankverbindungen seien nicht betroffen, betont der Betreiber. Trotzdem empfiehlt das städtische Unternehmen seinen Kunden, in der nächsten Zeit Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen besonders intensiv zu überprüfen. Die vom Hack betroffene Website MyBart.org wurde am Wochenende offline genommen, gegenwärtig ist unter der Adresse eine ausschließlich mit Werbung bestückte Domain-Parking-Seite zu finden. (jh)