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Anti-DRM-Kampagne fordert zum MacBook-Boykott auf [Update]

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Laut der Free Software Foundation sind Apples MacBooks "Defective by Design".

(Bild: FSF)

Die diesjährige Kampagne Defective by Design der Free Software Foundation (FSF) will bis zum Jahresende im täglichen Wechsel insgesamt 35 Produkte brandmarken, die man wegen des Einsatzes von Digitaler Rechteverwaltung (Digital Rights Management, DRM) meiden sollte. Zum Auftakt nimmt die Free Software Foundation Apple aufs Korn. Obwohl sich Apple-Chef Steve Jobs Anfang 2007 gegen den Einsatz von DRM im iTunes Store aussprach, sei der Großteil der Kaufmusik in Apples Online-Shop weiterhin mit Apples FairPlay DRM versehen. Das schon mehrfach von der FSF kritisierte iPhone und der iPod touch böten darüber hinaus noch mehr Möglichkeiten, um die Anwendungen im App Store mit "weiteren Lagen DRM einzuhüllen".

Mit den neuen MacBooks gehe Apple sogar noch einen Schritt weiter: Im iTunes Store erworbene Videos ließen sich mit diesen Geräten mitunter nur noch auf HDCP-fähigen externen Displays anzeigen. Statt wie bisher DVI-Schnittstellen, verbaut Apple bei den aktuellen MacBooks den modernen DisplayPort, der HDCP-Verschlüsselung über DisplayPort Content Protection (DPCP) vorsieht. Wer beispielsweise ein älteres Cinema-Display an das MacBook anschließt, um das Video auf einem Monitor mit großer Bildschirmdiagonale anzuschauen, sieht lediglich den Hinweis: "This movie cannot be played because a display that is not authorized to play protected movies is connected".

Die Free Software Foundation hofft auf Unterstützung des DRM-Boykotts und ruft die gegängelte Kundschaft auf, auf Webseiten und auf Flyern andere auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Geschichten, in denen sich der Einsatz von DRM als besonders unsinnig erwiesen hat, oder Hinweise auf weitere Produkte mit "Digital Restrictions Management" will die Free Software Foundation bei Veröffentlichung mit Anti-DRM-T-Shirts und freien MP3-Downloads prämieren.

Update:
Zwischenzeitlich hat Apple das HDCP-Problem, das Anlass für den Aufruf zum MacBook-Boykott war, mit einem Update behoben. QuickTime 7.5.7 soll es Besitzern von MacBook, MacBook Pro sowie MacBook Air ermöglichen, die betroffenen Videos wieder auf beliebigen externen Monitoren wiederzugeben.

An der grundsätzlichen Kritik der FSF dürfte das jedoch wenig ändern. Einerseits bestätigt der Fall abermals, dass DRM meist Probleme verursacht, die es ohne gar nicht gäbe. Andererseits spricht vieles dafür, dass Apple zumindest mit dem Gedanken gespielt hat, seine Kaufvideos aus dem iTunes Store per HDCP zu verschlüsseln – anders lässt sich die genannte Fehlermeldung kaum erklären. Allerdings wird man Apple kaum vorwerfen können, aus freien Stücken mit HDCP experimentieren. Immerhin schreiben die Hollywood-Studios den Einsatz der High-bandwidth Digital Content Protection bei hochaufgelösten Inhalten auf Blu-ray Disc vor; eine Ausweitung auf Download-Shops wäre nur konsequent. (vza)

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