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Anti-Dumping: EU-Kommission erhebt Strafzölle auf E-Bikes aus China

Nachdem sich europäische Hersteller über chinesische Konkurrenz beschwerte, hat nun die EU-Kommission darauf reagiert.

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Anti-Dumping: EU-Kommission erhebt Strafzölle auf E-Bikes aus China

(Bild: Pixabay)

E-Bikes aus China werden künftig mit provisorischen Strafzöllen belegt. Als Antwort auf gedumpte Preise werden – je nach dem betreffenden Hersteller – 21,8 bis 83,6 Prozent aufgeschlagen, geht aus dem Amtsblatt der Europäischen Union hervor.

Die im Verband European Bicycle Manufacturers Association (EBMA) organisierten europäischen Fahrradhersteller hatten sich voriges Jahr darüber beschwert, es würden hochsubventionierte chinesische Modelle illegal massenweise in Europa zu Preisen unterhalb der Produktionskosten auf den Markt geworfen. Am 20. Oktober 2017 leitete die EU-Kommission eine Antidumpinguntersuchung der Einfuhren von E-Bikes aus China ein.

Die Untersuchungen erstreckten sich auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017. Darin hätten die Preise der gedumpten Einfuhren die Preise in der EU zwischen 16,2 Prozent und 43,2 Prozent unterboten, die europäischen E-Bike-Hersteller in der Zeit 23 Prozentpunkte des Anteils an einem Markt verloren, der um 74 Prozent gewachsen sei. Währenddessen seien die Einfuhren aus China um 250 Prozent und deren Marktanteil um 17 Prozentpunkte angestiegen.

2014 wurden aus China knapp 200.000 E-Bikes in die EU eingeführt, das entsprach einem Marktanteil von 18 Prozent. Im Untersuchungszeitraum waren es knapp 700.000 Gefährte entsprechend 35 Prozent Marktanteil. In der gleichen Zeitspanne ging der Stückpreis pro Elektrofahrrad aus China von 472 auf 422 Euro zurück. Die Durchschnittspreise von vier in eine Stichprobe einbezogenen Hersteller aus der EU seien dabei von 1112 auf 1276 Euro angestiegen.

Die Ermittlung der Preisentwicklung sei nicht völlig zuverlässig, da die genaue Mischung der Warentypen wegen des allgemeinen Charakters der Eurostat-Statistiken nicht bekannt war, räumt die EU-Kommission ein. Sie habe jedoch festgestellt, dass die Durchschnittspreise der Einfuhren aus China merklich unter denen der Unionshersteller und denen der Einfuhren aus anderen Drittländern lagen. Außerdem sei der Durchschnittspreis der chinesischen Ausfuhren gesunken, während die chinesischen Ausführer die Palette der in der EU verkauften Waren erweiterten und auch teurere Elektrofahrräder verkauften.

Die E-Bike-Importeure, die in der Light Electric Vehicle Association Europe organisiert sind, befürchten nun, die Zölle könnten dauerhaft eingeführt werden. Sie kritisieren, die EU-Kommission habe keinen Schaden für europäische E-Bike-Hersteller nachweisen können, auch diese profitierten von einem expandierenden Markt, berichtet das Fachmagazin Bike Europe. Zudem würden ohnehin die meisten E-Bike-Komponenten aus China importiert und in Europa lediglich zusammengebaut. Daraus ergebe sich ein Teil des Preisunterschieds zwischen chinesischen und europäischen Herstellern. (anw)

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