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Anti-Self-Harm-Pläne bei Instagram & Co. könnten nutzlos sein

Experten fordern mehr Personal, bevor Facebook und andere Social Networks zu Maßnahmen gegen Eigengewalt greifen.

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Facebook betreibt auch Instagram und WhatsApp.

(Bild: dpa, Soeren Stache)

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Facebook will gegen Selbsttötungen vorgehen, die durch seine Plattformen befördert werden könnten. Dazu sollen etwa Anti-Self-Harm-Filter bei Instagram ausgebaut werden. Allerdings stellt sich die Frage, wie wirksam die Maßnahmen sind, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Experten kritisieren Facebooks Kampagne gegen Teenager-Selbsttötungen").

Die Theorie, dass soziale Medien der Grund für einen Anstieg an Selbsttötungen unter jungen Menschen ist, gilt mittlerweile als zunehmend gut dokumentiert. Dabei geht es um etwas, das sich "Selbstmordansteckung" nennt – und dieses Phänomen existiert nicht nur in bei Facebook & Co. Auch wenn über solche Vorfälle in den klassischen Medien berichtet wird, gibt es oft Nachahmer. Soziale Medien sorgen allerdings für eine virale Verbreitung solcher Nachrichten.

Jeanine Guidry, Professorin an der School of Media and Culture der Virginia Commonwealth University, meint, das Problem sei, dass die Erforschung der Beziehung zwischen Selbsttötungen und sozialen Medien noch ganz am Anfang stehe. Im April publizierten Guidry und ihre Kollegen eine Untersuchung im "Journal of Communication in Healthcare", die sich mit der Natur solcher Konversationen zum Thema auf Instagram beschäftigte.

Dan Romer, Forschungsdirektor am Adolescent Communication Institute der University of Pennsylvania, fürchtet, dass Facebook bei seinem Vorgehen nicht über eine PR-Maßnahme hinausgehen könnte. Facebooks Plan, einen Sicherheitsexperten extra für diese Frage abzustellen, sorgte ebenfalls für mehr Nachfragen als Lob. Die Position soll globale Regelungen aufstellen, mit denen Aktivitäten beendet werden können, die die Sicherheit, Gesundheit und das Wohlbefinden der Facebook-Community bedrohen. Das sei "ein großer, großer, großer Job" für denjenigen, der ihn übernimmt, meint Romer. Und er käme mit großen Herausforderungen.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)