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Antimaterie zur Krebsbekämpfung

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Einen neuen Weg in der Krebsbekämpfung beschreiten Wissenschaftler am Kernforschungszentrum CERN in Genf. Seit längerem ist bekannt, dass die Bestrahlung von Tumoren im Unterschied zur Röntgenbestrahlung und zur Chemotherapie zielgenauer und damit schonender für den Patienten mit einem Protonenstrahl erfolgen kann. Dabei werden die Teilchen mit einem Zyklo- oder Synchrotronen auf 60 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Das brachte ein internationales Team von CERN-Forschern auf die Idee, die Wirkung von Antimaterie auf biologisches Gewebe zu testen.

Die Wissenschaftler des Forschungsprojekts mit dem Namen ACE (Antiproton Cell Experiment) berichten nun in einem Artikel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Radiotherapy and Oncology" von einem Durchbruch. Dabei wurde die Wirkung von Protonen und Antiprotonen auf Hamsterzellen getestet, die sich in einem Röhrchen befanden, das mit Gelatine gefüllt war. Ein Protonen- oder Antiprotonenstrahl wurde an einem Ende des Röhrchen zwei Zentimeter tief eingeschossen und dann gemessen, wie viele Zellen nach der Bestrahlung auf dem Pfad des Strahls überlebt hatten.

Die Ergebnisse haben gezeigt, so die Forscher, dass „Antiprotonen beim Abtöten von lebenden Zellen vier Mal wirksamer als Protonen sind“. Trifft Antimaterie auf Materie, so annihilieren sie sich, wodurch Energie freigesetzt wird. Mit der Beschießung von Krebszellen mit Antiprotonen werden Teile der Zellkerne vernichtet, die durch die entstehende Energie Fragmente aus der Zelle in andere schießen und dort weitere Zerstörungen verursachen. Außerhalb des Antiprotonen-Strahls habe sich bei den Zellen keine Auswirkung feststellen lassen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass mögliche klinische Anwendungen von Antiprotonen-Strahlen frühestens in zehn Jahren erfolgen können.

Siehe dazu auch in Telepolis: Krebstherapie mit Antimaterie?. (fr)