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Apache vs. Sun: Der Kern des Lizenzproblems

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Am gestrigen Dienstag hat sich Geir Magnusson, Vizepräsident des Apache-Harmony-Projekts, in einem offenen Brief im Namen der Apache Software Foundation (ASF) an Sun gewandt. Darin beklagt er sich über die Lizenzbedingungen für das Test Compatibility Kit (TCK) für die Java Standard Edition 5 (Java SE 5): Die Lizenz für das so genannte Java Compatibility Kit (JCK) beinhalte "Beschränkungen der Einsatzbereiche", die für eine Open-Source-Software inakzeptabel seien. Sun verschaffe sich so auf der Grundlage von "Intellectual Property" einen unfairen Marktvorteil. Um welche Lizenz es genau geht und welche konkrete Vorschrift darin problematisch ist, führte er allerdings nicht aus. Das Apache-Harmony-Projekt arbeitet an einer freien Implementierung von Java SE 5.

Sun lizenziert seine Test Compatibility Kits, die für verschiedene Java-Technologien existieren, in einem individuellen Prozess. Das Bestehen des einschlägigen TCK ist erforderlich, damit sich eine Software Java-kompatibel nennen und das Java-Logo benutzen darf – beides sind geschützte Marken von Sun. Der Java-Erfinder will so sicherstellen, dass Java das Versprechen "write once, run anywhere" einhält. Die Lizenzbedingungen des Java SE 5 TCK enthalten laut Apache-Projekt unter anderem eine Einschränkung auf bestimmte Plattformen: Eine Lizenz für Linux beispielsweise gilt nicht für Windows. Damit, so zumindest die Interpretation der ASF, sei eine Einschränkung der Benutzbarkeit der Software verbunden, die mit Open-Source-Lizenzen wie der Apache License nicht vereinbar ist. Die ASF habe seit August vergangenen Jahres versucht, das Problem in direktem Kontakt mit Sun zu lösen, bislang jedoch keine Einigung erzielen können. (odi)