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ApacheCon Europe: Apache Software Foundation feiert 10-Jähriges (3. Tag)

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Letzte Woche fand im Mövenpick Hotel in Amsterdam die ApacheCon 2009 Europe statt. Die Konferenz war gleichzeitig eine dreitägige Feier zum zehnjährigen Bestehen der Apache Software Foundation (ASF), die, obgleich sie eigentlich im Juni 1999 gegründet wurde, ihre beiden jährlich sich wiederholenden Community-Events in Europa und in den Vereinigten Staaten nutzt, dieses Ereignis ausgiebig zu würdigen.

Hatte der erste Tag einen starken Fokus auf der Hadoop-Technik, gestalteten sich der zweite und der letzte Konferenztag vielschichtiger. Wie in den Tagen zuvor teilten sich die Vorträge in vier Themen-Cluster auf. Schwerpunkte waren unter anderem HTTP-Administration und Java-Entwicklung. Vorgestellt wurden aber auch Build- und Cloud-Techniken, und den Pool an vermischten Themen "Geek for Geeks" gab es wie an den Vortagen.

Mark Thomas' Vortrag "Becoming a Tomcat Super User" lieferte einen Überblick, wie der Server intern funktioniert, man ihn von den Sourcen kompiliert und wie der Entwicklungszweig strukturiert ist. Ihm folgte eine Einführung in das Thema Tomcat Remote Debugging. In einem weiteren Vortrag stellte der Autor dieses Berichts vor, wie man mit Open-Source-Software (Heartbeat und DRBD) Master-/Slave-Cluster aufsetzt. Ein praktisches Beispiel, das die Einrichtung eines Apache-HTTPD-Clusters beschrieb, verdeutlichte das und beleuchtete die Vor- und Nachteile dieses Set-ups, untermauert von "Best Practices" und Erfahrungsberichten zur Verwendung von solchen Clustern.

Ein Höhepunkt des dritten Tages war sicherlich das "Apache Pioneer's Panel" zum zehnjährigen Bestehen der ASF. Unter Moderation von Danese Cooper beleuchteten Lars Eilebrecht, Dirk-Willem van Gulik, Jim Jagielski, Sally Khudairi und Cliff Skolnick wichtige Ereignisse seit ihrer Entstehung.

Im Anschluss enterte J. Aaron Farr die Bühne und ging auf den "Apache Way" ein. Er beschäftigte sich größtenteils damit, wie dieser "Weg" in der Praxis zum Einsatz kommt. Des Weiteren ging er auf den Unterschied von ASF und anderen Open-Source-Organisationen wie SourceForge, Google Code und GitHub ein. Die Unterschiede liegen zum Beispiel in der Art, wie ein neues Projekt gestartet wird. Jedes Projekt muss, bevor es ein ASF-Projekt werden kann, durch den Incubator. Der Incubator stellt eine Kontrollinstanz dar, die dafür Sorge trägt, dass das Projekt alle Anforderungen erfüllt, um ein "offizielles" ASF-Projekt zu werden. Hierzu zählen Lizenzfragen. Community und vieles andere mehr. Um das zu gewährleisten, bekommt jedes neue Projekt Mentoren, die es bei der Einführung unterstützen.

Der Vortrag "On-the-fly Subversion Replication" gab einen Einblick über die Möglichkeit der Replizierung eines Subversion-Repository. Es wurde schwerpunktmäßig auf die Erfahrung des "Apache Software Foundation Infrastructure"-Teams eingegangen, das für den reibungslosen Betrieb der benötigten Serversysteme zuständig ist. Es umfasst unter anderem die Installation, Konfiguration und Wartung der Web-, Subversion-Server und Zones-Server sowie Bugtracker. Hierbei kommen unterschiedliche Betriebssysteme und Distributionen zum Einsatz (unter anderem Ubuntu, FreeBSD und Solaris). Als Mitglied des Teams installierte der Autor bereits letztes Jahr ein solches Setup bei der ASF. Die bis jetzt gemachten Erfahrungen stellte der Vortrag vor.

Lässt man die diesjährige ApacheCon Europe Revue passieren, bleibt festzuhalten, dass es eine durchweg interessante Konferenz war, die mit einer Vielzahl von hochklassigen Vorträgen auftrumpfte. Auch das bestätigt, dass die Apache Software Foundation zehn Jahren nach ihrer Gründung eine der führenden Open-Source-Organisationen ist. (Norman Maurer)

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(ane)