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Apollo-Daten: Erschütterungen weisen auf aktive Tektonik auf dem Mond

Auch auf dem Mond gibt es Erdstöße – etwa, wenn dort Asteroiden einschlagen. Neuen Analysen zufolge gibt es wohl eine weitere bedeutsame Ursache.

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Eine Klippe im Tal Taurus-Littrow, in dem Apollo 17 landete.

(Bild: NASA/GSFC/Arizona State University)

Der Mond ist möglicherweise auch heute noch tektonisch aktiv. Darauf deutet eine neue Auswertung von Mondbeben aus der Ära der Apollo-Missionen. Acht von 28 aufgezeichneten Beben haben sich demnach in der Nähe geologisch junger Bruchzonen ereignet, wie das Analyseteam um Thomas Watters vom Smithsonian Institution in Washington im Fachblatt Nature Geoscience berichtet.

Als der Mond nach seiner Entstehung abgekühlt ist, hat er sich den Angaben zufolge zusammengezogen. Die Mondoberfläche hat sich dabei mehrfach aufgeworfen und hat tausende Bruchlinien gebildet. Die Mondsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) der US-Raumfahrtbehörde NASA hatte vor etwa zehn Jahren geologisch relativ junge solche Brüche entdeckt. Unklar war jedoch, wie jung genau diese tektonische Aktivität ist.

(Quelle: NASA/Goddard/SVS/Ernie Wright)

Die Astronauten der bemannten Apollo-Mondmissionen 12, 14, 15 und 16 hatten vier Seismometer auf dem Erdtrabanten hinterlassen, die seismische Aktivität auf dem Mond aufgezeichnet haben. In den Jahren 1969 bis 1977 registrierten die Instrumente insgesamt 28 Mondbeben, die unter anderem durch Asteroideneinschläge ausgelöst worden sein könnten. Auf der Erde hätten diese Beben eine Stärke zwischen 2 und 5 gehabt, erläuterten die Forscher. Sie haben die Daten der Seismometer nun neu ausgewertet.

"Wir haben festgestellt, dass einige der Beben aus den Apollo-Aufzeichnungen sich sehr nah an den Bruchzonen aus den LRO-Aufnahmen ereignet haben", erklärte Ko-Autor Nicholas Schmerr von der Universität von Maryland in College Park. Die Epizentren von acht Mondbeben lagen demnach nicht weiter als 30 Kilometer von solchen jungen Bruchzonen entfernt. "Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass diese acht Beben von Brüchen verursacht wurden, die abgerutscht sind, nachdem sich Spannung in der Mondkruste durch die globale Kontraktion und Gezeitenkräfte aufgebaut hatte", erläuterte Watters.

Ein Mondkliff im Detail

(Bild: NASA/GSFC/Arizona State University/Smithsonian)

Zwar sind die Apollo-Seismometer seit 1977 abgeschaltet. Geologisch ist das jedoch keine nennenswerte Zeit. Es sei recht wahrscheinlich, dass die Bruchzonen auch heute noch aktiv seien, betonte Schmerr. "Man bekommt nicht oft irgendwo außerhalb der Erde aktive Tektonik zu sehen, daher ist es sehr spannend, darüber nachzudenken, dass diese Brüche vielleicht immer noch Mondbeben produzieren." (mho)