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Apotheker-Verband stellt Strafanzeige gegen Internet-Apotheke

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Der Bundesverband Deutscher Apotheker (BVDA) hat Strafanzeige gegen die Internet-Apotheke DocMorris und zwei mit ihr abrechnenden gesetzlichen Krankenkassen gestellt. Dem Bundesverband gehören etwa 1000 Apotheker an.

Der Apothekerverband wirft der Internet-Apotheke mit Sitz in den Niederlanden vor, gefährliche Arzneimittel zu vertreiben und dabei nicht ausreichend auf Nebenwirkungen hinzuweisen. Darüber hinaus verstoße sie gegen das in Deutschland geltende Versandhandelsverbot mit Medikamenten. Auch bestehe der Verdacht auf Umsatzsteuerhinterziehung. Gegen die Gmünder Ersatzkasse (GEK) und die BKK Bayern erhebt der BVDA den Vorwurf, den Versandhandel durch Bestellungen zu unterstützen. Der Apothekerverband fordert Schadenersatz für seine Mitglieder und rechnet für die 25.000 deutschen Apotheken insgesamt mit einem Schaden von bis zu 2,8 Millionen Euro jährlich.

Dem Vorstandsvorsitzenden der GEK, Dieter Hebel, wirft BVDA-Präsident Wilhelm Raida vor, "dreist unser Rechtssystem" zu verhöhnen, weil er sich mit Rückendeckung der derzeitigen Politik sicher und ermutigt fühle. Dabei nimmt der Verband Bezug zu einer Aussage Hebels, der gesagt haben soll, er mache so weiter, bis er ins Gefängnis gehe. Die Strafanzeige sei ein erster Schritt auf dem Weg, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. "Gemeinsam mit anderen Leistungsbringern und dem Heer der Versicherten wollen wir dem Machtstreben der Krankenkassen entgegengewirken", heißt es in einer Mitteilung des BVDA.

Auch der Bundesverband deutscher Apothekerverbände ABDA und die Pharmaindustrie versuchen seit langem, die Internet-Apotheke gerichtlich zu verbieten. Der Streit wird nun vor dem europäischen Gerichtshof ausgetragen. Zuletzt hatten sich Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und der Runde Tisch im Gesundheitswesen für die Freigabe des Versandhandels von Arzneimitteln ausgesprochen. (anw)