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Apotheker akzeptieren Online-Versandhandel mit Medikamenten

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände akzeptiert den Medikamenten-Onlinehandel bei einem Boni-Verbot und der Stärkung von Präsenz-Apotheken.

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Online-Handel

(Bild: dpa, Jens Büttner)

Nach monatelangem Widerstand sind die Apotheker in Deutschland unter Umständen bereit, den Fortbestand des Versandhandels mit verschreibungspflichtiger Arznei zu akzeptieren. Ihre Organisation ABDA will einem Beschluss der Mitgliederversammlung vom Donnerstag zufolge nur an ihrer Forderung nach einem Ausschluss der Medikamente vom Online-Handel festhalten, wenn der Gesetzgeber bestimmten ABDA-Forderungen nicht nachkommt. Die Apotheker verlangen Schritte zur Stärkung der Apotheken und ein Verbot von Boni.

Hintergrund ist der Streit um die Zukunft des Versandhandels. Für die Apotheker ist der Online-Handel eine unliebsame Konkurrenz. Ursprünglich hatte die Koalition ein Verbot angepeilt. Im Dezember aber hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mitgeteilt, dass es europarechtlich unwägbar sei, ob und wie ein solches Verbot umgesetzt werden könne.

Stattdessen wollte Spahn den Präsenz-Apotheken durch andere Maßnahmen unter die Arme greifen. Gleichzeitig kündigte Spahn an, die Rabattmöglichkeiten der Internet-Apotheken beschneiden zu wollen. Boni sollen demnach auf 2,50 Euro je Packung begrenzt werden. Nun fordert die ABDA offenbar ein Verbot solcher Boni.

Spahn begrüßte den grundsätzlichen Meinungsumschwung bei der ABDA. "Mit diesem Beschluss ist auch aus Sicht der Apotheker ein Verbot des Versandhandels nicht zwingend zum Erhalt der flächendeckenden Versorgung erforderlich", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Das ist ein wichtiger Schritt." Nötig sei eine europarechtskonforme Lösung. "Daher werden wir die Vorschläge nun in Ruhe prüfen", sagte Spahn. "Unser Ziel bleibt die flächendeckende Versorgung mit Apotheken im ganzen Land."

(bme)

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