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App-Design, 3D-Montage, Agenturfotos: Adobe veröffentlicht Creative Cloud 2017

Adobe Stock spielt in der Creative Cloud 2017 eine größere Rolle. Künftig soll es Photoshop-Vorlagen, 3D-Elemente und andere Inhalte online geben. Außerdem dabei sind ein neues Tool für einfache 3D-Montagen und ein Design-Werkzeug für Mobil- und Web-Apps.

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(Bild: André Kramer)

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Adobe stellt die Ankündigung der Creative Cloud 2017 in den Mittelpunkt seiner Hausmesse Max, die vom 2. bis 4. November im kalifornischen San Diego stattfindet. Das Update bringt vor allem Erweiterungen des Bilderdienstes Adobe Stock und neue Funktionen für Designer von Bedienoberflächen für Apps und Webseiten. Die Updates stehen ab sofort bei Adobe zum Download bereit.

Maschinelles Lernen hilft künftig in Adobe Stock bei der Bildersuche. In Photoshop Elements 15 zeigt Adobe, was die Algorithmen leisten.

Seit 2016 treibt Adobe die Integration des Agenturbilderdiensts Adobe Stock massiv voran. Aktuell bietet er 60 Millionen Assets. Künftig kommen Vorlagen für Photoshop und Illustrator, 3D-Elemente und Fonts hinzu. Letztere resultiert aus einer TypeKit-Integration in Adobe Stock.

Die in Photoshop Elements 15 bereits eingeführte visuelle Suche macht sich maschinelles Lernen zunutze, um Objekte wie Schiffe, Palmen, Tiere und Strand zuverlässig zu erkennen. In Adobe Stock lassen sich Bilder hochladen und für die visuelle Suche nutzen. Über eine weitere textuelle oder visuelle Suche kann man das Ergebnis beliebig verfeinern.

Mit Adobe XD sollen auf die Schnelle Prototypen von Apps und Webseiten entstehen.

Die Software Adobe XD soll als Design-Werkzeug für Mobil-Apps und Web-Anwendungen dienen. Im März stellte Adobe das Projekt als Public Beta vor und auch die Weiterentwicklung behält den Beta-Status. Die neue Version unterstützt Ebenen und sogenannte Symbole. Solche Elements lassen sich im gesamten Dokument referenzieren und zentral verwenden, beispielsweise um eine andere Farbe zu verwenden. Ein visuelles Werkzeug zur Versionierung soll das Wiederverwenden früherer Design-Elemente vereinfachen. Dokumente lassen sich online veröffentlichen, um von Kunden Feedback einzuholen.

Projekt Felix soll 2D- und 3D-Elemente zu fotorealistischen Szenen kombinieren. Ziel sind vermutlich Nutzer des etwas kompliziert geratenen 3D-Workflows von Photoshop CC. Viele Bedienelemente ähnlichen sich. Im Großen und Ganzen wirkt Felix aber deutlich reduzierter als die 3D-Palette aus Photoshop. Mit Felix lassen sich etwa 3D-gerenderte Produktbilder in Fotovorlagen integrieren. Adobe Stock soll künftig 3D-Modelle und Materialien liefern.

Die Lumetri-Palette in Premiere Pro hat ein Vorschaufenster bekommen, in dem sich verschiedene Farb-Looks im Diashow-Modus durchklicken lassen. Den Export nach YouTube, Twitter und Facebook hat Adobe vereinfacht. Statt vieler Einträge in einem Dropdown-Menü klickt man nun die Plattform an und wählt groß, mittel oder klein.

After Effects bringt eine native Cinema-4D-Render-Engine mit, die Schriftzüge und Grafiken 20-fach schneller extrudieren soll als die jetzige, beispielsweise Illlustrator-Dokumente. Der Character Animator soll Puppen schneller erstellen und animieren können. Mit After Effects Live Text Templates lassen sich animierte Textgrafiken auf einfache Weise in Premiere Pro einbinden.

Adobe Stock bietet in Zukunft nicht nur Bilder, sondern auch Design-Vorlagen für Photoshop und Illustrator an.

Photoshop bekommt eine Suchfunktion, die neben eigenen Inhalten auch Adobe-Stock-Inhalte durchsucht. Neben Stock-Fotos soll es künftig für Photoshop und Illustrator auch Stock-Vorlagen geben. Illustrator soll unter dem Stichwort "Pixel perfect Artwork" Grafiken an einem Pixelraster ausrichten können. Die Funktion richtet sich an Designer von Bedienoberflächen für Apps oder Webseiten. Auch das Textwerkzeug hat Adobe verbessert. InDesign bringt verbesserte Unterstützung für OpenType und eine erweiterte Funktion für Fußnoten.

Zukünftig soll die Creative Cloud weitere Werkzeuge zur Zusammenarbeit und zum Speichern von Dokumenten und Arbeitsmaterialien in der Cloud bieten. Bereits jetzt lassen sich Texturen, Schriften, Pinselspitzen und Farbpaletten online speichern.

Illustrator CC 2017 richtet Grafiken an einem Pixelraster aus, etwa für das Design von App-Bedienoberflächen.

Photoshop-Pinselspitzen lassen sich schon jetzt in der Creative Cloud speichern und künftig in der App Photoshop Sketch nutzen. Sketch und Draw unterstützen außerdem Überblendmodi.

Der Dienst Adobe Spark erleichtert das Erstellen von Grafiken und animierten Videos für soziale Medien. Zahlende Kunden der Creative Cloud bekommen Zugang zu exklusiven Funktionen.

Die Apps stehen für Android und iOS zur Verfügung. Die Desktop-Anwendungen bietet Adobe sowohl für Windows als auch für macOS an. Ein Komplett-Abo der Creative Cloud 2017 kostet unabhängig von der Plattform rund 60 Euro pro Monat.

[Update:] Adobe hat eine Partnerschaft mit Reuters angekündigt. Die Adobe Stock Editorial Collection wird künftig Fotos und Videos von Reuters anbieten. Außerdem startet die im September als Beta vorgestellte Contributor-Seite. Creative-Cloud-Nutzer können darüber ihre Arbeiten direkt aus Anwendungen wie Lightroom und Photoshop zum Kauf anbieten. Die Reuters-Integration umfasst laut Adobe ein Archiv von über 12 Millionen Pressefotos und sowie täglich tausende neue Bilder und Videos aus Nachrichten, Sport und Kultur.

Künstliche Intelligenz soll helfen, der Masse an Medien Herr zu werden. Adobe Sensei soll mit Deep-Learning-Alogithmen intelligente Empfehlungen zu passenden Bildern bereitstellen. Unter dem Schlagwort fasst Adobe allerdings noch einiges mehr zusammen. Bei der Schriftauswahl macht Sensei Vorschläge zu passenden Fonts. Die Gesichtsbearbeitung in Photoshop und Photoshop Elements zählt ebenso dazu wie die semantische Segmentierung von Bildern etwa in Himmel und Gebäude.

Hinweis: Adobe hat die Reise des Autors zur Präsentation nach San Diego bezahlt. (akr)