Apple: 17 Milliarden Schulden für Dividenden

Obwohl Apple im Geld schwimmt, hat sich der iPhone-Hersteller die Rekordsumme von 17 Milliarden US-Dollar durch Anleihenverkauf beschafft – für Dividenden und den Rückkauf von Aktien.

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Von
  • dpa

Trotz gigantischer Reserven von rund 145 Milliarden US-Dollar hat sich Apple durch den Verkauf von Anleihen nach Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg insgesamt 17 Milliarden Dollar (13 Mrd. Euro) beschafft – so viel wie kein anderes US-Unternehmen zuvor auf einen Schlag. Das Geld soll in den Rückkauf eigener Aktien und in die geplante Dividenden-Erhöhung um 15 Prozent fließen. So will Apple seinen schwächelnden Aktienkurs aufpäppeln.

Anleihen sind Schuldpapiere. Apple muss dafür Zinsen berappen und das Geld nach einer vorher festgelegten Zeit zurückzahlen. Doch für das Unternehmen ist es günstiger, Schulden zu machen, statt auf die eigenen Reserven zurückzugreifen. Denn rund 102 Milliarden Dollar sind außerhalb der USA geparkt. Bei der Überweisung in die USA würden hohe Steuern fällig.

Deshalb hatte Apple schon vor einer Woche verkündet, erstmals seit fast zwei Jahrzehnten wieder Anleihen verkaufen zu wollen. Die Papiere bekamen schnell den Spitznamen "iBonds". Und diese "iBonds" waren gefragt bei den Investoren. Wie Bloomberg und das Wall Street Journal unter Berufung auf eingeweihte Personen berichten, standen in den Orderbüchern Anfragen über 50 Milliarden Dollar.

Apple bot sechs Anleihetypen mit Laufzeiten zwischen 3 und 30 Jahren an. Entsprechend unterschiedlich waren auch die Zinssätze. Allgemein ist das Zinsniveau aber niedrig, weshalb sich die Schuldenmacherei für den Konzern überhaupt lohnt.

[Update:] Die Nachfrage der Investoren war dreimal höher als das Angebot, berichtete das Wall Street Journal] nach Beendigung der Bond-Auktion. Deshalb muss Apple auch nur vergleichsweise niedrige Zinsen berappen. So lieh sich Apple 5,5 Milliarden Dollar für zehn Jahre bei einem jährlichen Zins von 2,415 Prozent. Bei den Drei-Jahres-Anleihen seien es 0,511 Prozent und bei den Papieren, die bis 2043 laufen, 3,883 Prozent. Apple verdient selbst in schlechteren Quartalen derzeit um die zehn Milliarden Dollar. [/Update]

Apple besitzt bei den zwei großen Ratingagenturen S&P und Moody's eine hervorragende Kreditwürdigkeit, wenngleich nicht die Bestnoten. So gab es von Moody's ein Rating der zweitbesten Stufe Aa1 statt des begehrten Triple-A, wie es etwa die Bundesrepublik Deutschland besitzt. Für Unternehmen, die so stark von der Gunst der Verbraucher in den sich schnell verändernden Branchen Technologie und Mobilfunk abhingen, gebe es langfristige Risiken, hieß es zur Begründung. Von S&P gab es auf deren Skala ebenfalls nur die zweitbeste Bewertung AA+.

Zuletzt hatte Apple 1996 Schuldpapiere ausgegeben. Der zurückgekehrte Gründer Steve Jobs legte dann aber viel Wert darauf, das Unternehmen schuldenfrei zu halten. Unter Jobs' Nachfolger Tim Cook verdoppelte Apple jüngst seine Ausschüttungen an die Anteilseigner auf 100 Milliarden Dollar und erklärte, zur Finanzierung den Kapitalmarkt anzapfen zu wollen. Die Deutsche Bank organisierte die Platzierung der Anleihen zusammen mit dem Wall-Street-Haus Goldman Sachs.

Unabhängig von der Anleihe gab der russische Milliardär Alischer Usmanow am Dienstag eine Investition von 100 Millionen Dollar in Apple-Aktien bekannt. "Ich glaube an die Zukunft von Apple auch nach dem Tod von Steve Jobs", sagte Usmanow in einem Bloomberg-Interview. Usmanow ist ein bekannter Internet-Investor und machte zum Beispiel viel Geld beim Facebook-Börsengang im vergangenen Jahr. Die Apple-Aktie liegt derzeit um rund 40 Prozent unter ihrem Rekordhoch von gut 700 Dollar im vergangenen September. (rop)