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Apple-Aktionäre bleiben im Ungewissen über Gesundheitszustand von Steve Jobs

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Der kalifornische Computerkonzern Apple hat bei der gestrigen Hauptversammlung seine restriktive Informationspolitik bei Angaben zum Gesundheitszustand von Firmengründer und CEO Steve Jobs verteidigt. "Wir gehen davon aus, dass wir allen Auskunftspflichten nachgekommen sind", erklärte Aufsichtsrat Arthur Levinson. Jobs, der erstmals seit 11 Jahren nicht an der jährlichen Aktionärsversammlung teilnahm, hatte Anfang des Jahres bekannt gegeben, dass seine gesundheitlichen Probleme doch "komplexer als ursprünglich gedacht" seien, weshalb er eine mehrmonatige Auszeit nehmen müsse. Im Sommer 2004 musste sich der heute 54-Jährige einer Operation unterziehen, bei der ein Großteil seiner Bauchspeicheldrüse entfernt wurde.

Während die einen betonen, Jobs' gesundheitliche Probleme gingen die Öffentlichkeit nichts an, verweisen andere darauf, dass der Erfolg von Apple unmittelbar mit den Entscheidungen seines charismatischen Firmenchefs verknüpft sei. Zeichne sich ab, dass Jobs dem Unternehmen künftig nicht mehr zur Verfügung stehe, müsse das Unternehmen dies den Aktionären frühstmöglich mitteilen. Die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) prüft Medienberichten zufolge bereits, ob Apple Investoren bei Berichten über den Gesundheitszustand des Firmenchefs möglicherweise getäuscht hat. Levinson sagte gestern, dass sich seit der Ankündigung Jobs', eine Auszeit zu nehmen, "nichts geändert" habe. Weitere Informationen zu Jobs' Gesundheit würden nicht mitgeteilt.

Wiedergewählt wurden bei der Aktionärsversammlung die acht Mitglieder des Leitungs- und Kontrollgremiums des Konzerns (Board of Directors): Bill Campbell, Millard Drexler, Al Gore, Steve Jobs (abwesend), Andrea Jung, Arthur Levinson, Eric Schmidt (abwesend) und Jerry York. Auf Empfehlung des Board of Directors wurden mehrere Änderungsanträge von der Versammlung abgelehnt, darunter ein Antrag der "American Federation of State, County and Municipal Employees" (AFSCME), wonach den Anlegern eine beratende Stimme bei der Festsetzung der jährlichen Vergütungen des Apple-Top-Managements eingeräumt werden soll. Die Einführung eines solchen Mitspracherechts für Aktionäre von Unternehmen wird derzeit im US-Kongress verhandelt.

Siehe dazu auch:

(Peter-Michael Ziegler) / (pmz)

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