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Apple-Chef: Flash ist von gestern

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In einem offenen Brief nimmt Apple-Chef Steve Jobs außergewöhnlich ausführlich Stellung zur Streitfrage um Adobes Flash auf iPad und iPhone. In den auf der Website des Unternehmens am Donnerstag veröffentlichten "Gedanken zu Flash" zählt Jobs einige Gründe auf, warum Apple Flash nicht auf iPhone und iPad haben will.

Wichtigster Grund ist den Worten des Konzernchefs zufolge, dass Apple Flash nicht als Instanz zwischen System und Entwickler kommen lassen will. Apple wisse aus "schmerzlicher Erfahrung", dass dies die Weiterentwicklung einer Plattform behindern könne. So habe Adobe seine Produkte stets sehr langsam an die Weiterentwicklung der Apple-Plattform angepasst. Schließlich sei Adobe der letzte große Entwickler gewesen, der seine Produkte Mac-OS-X-tauglich gemacht habe.

Flash sei zudem nicht "offen", nur weil es weit verbreitet ist. Vielmehr sei Flash ein proprietäres System, das ausschließlich von Adobe kontrolliert und vertrieben wird. "Auch Apple hat viele proprietäre Produkte", räumt Jobs ein. So seien die Betriebssysteme für das iPhone und das iPad zwar proprietär, doch setze Apple dabei gleichzeitig auf offene Standards wie HTML5, CSS und JavaScript. Und mit dem offenen Webkit habe Apple den Standard für mobile Browser gesetzt.

"Adobe hat wiederholt gesagt, Apple-Geräte könnten nicht auf das 'vollständige Internet' zugreifen, weil 75 Prozent der Videos im Netz Flash sind", schreibt Jobs weiter. "Was sie nicht sagen ist, dass fast alle diese Videos auch in dem moderneren Format H.264 erhältlich sind und damit auf iPhones, iPods und iPads angesehen werden können." Für YouTube gebe es eine eigene App.

Jobs verweist auch auf die Sicherheitsfrage. Bei Symantec habe Flash im Jahr 2009 mit das schlechteste Sicherheitsergebnis gehabt. "Wir wissen auch, dass Flash die häufigste Ursache ist, wenn Macs abstürzen". Apple habe bei Adobe immer wieder nach einer performanten Flash-Version für Mobilgeräte gefragt, sei aber jedes Mal vertröstet worden. Die Batterielaufzeit leide darunter, dass die Software-Dekodierung von Flash zu viel Strom brauche.

Jobs versteht zwar, dass Adobe sein Geschäft ausdehnen will, kommt aber dennoch zu dem Schluss, dass Flash in der mobilen Ära nichts zu suchen hat. 200.000 Programme im App Store zeigten, dass Flash für mehrere zehntausend Entwickler nicht wichtig sei, um grafisch ansprechende Programme zu schreiben, auch Spiele. HTML5 würde auf Mobilgeräten gewinnen. Vielleicht, schließt Jobs, sollte sich Adobe mehr darauf konzentrieren, tolle HTML5-Werkzeuge zu schaffen, und weniger darauf, Apple zu kritisieren, dass es "die Vergangenheit hinter sich lässt". (adb)

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