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Apple Expo: Neuer iMac "dünnster Personal Computer der Welt" (Update)

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Heute morgen um 10 Uhr öffnete die europäische Apple Expo ihre Tore, die bis 4. September in Paris stattfindet. Die Eröffnungsrede hielt ausnahmsweise nicht Steve Jobs, der sich noch von seiner Krankheit erholt, sondern Apple-Vize und Marketing-Boss Phil Schiller.

Der Aluminiumfuß nimmt bei Platznot die Tastatur auf.

Der war freilich um nicht weniger Überraschungseffekt bemüht -- und präsentierte den neuen iMac, den die Fachwelt seit Monaten gespannt erwartete. Schiller witzelte: "Viele Leute werden sich fragen: Wo ist der Computer hin?", weil man den Computerteil zunächst nicht sieht. Zum dritten Mal in sechs Jahren haben die Designer den Formfaktor radikal geändert (Ur-iMac, zweite Generation). Und wieder einmal ist ihnen ein Coup gelungen: Die gesamte Elektronik einschließlich Netzteil, Festplatte, DVD-Laufwerk, Mainboard und G5-Prozessor steckt hinter dem neigbaren Flachbildschirm im 16:10-Format, der auf einem Aluminium-Fuß steht. Die weißen Rechner sind kaum länger und breiter als Apples Cinema Displays, nur 5 cm dick (17-Zoll-Modell) und damit angeblich die "dünnsten Personal Computer der Welt". Das 20-Zoll-Modell kommt auf 5,6 cm Dicke.

Ähnlichkeit nicht zufällig: den neuen iMac haben die iPod-Designer entworfen.

Drei Konfigurationen sollen ab Mitte September in den Ladenregalen stehen. Die günstigste Variante kostet 1369 Euro und kommt mit 1,6-GHz-Prozessor, einem 17-Zoll-Display, welches 1440×900 Pixel auflöst, einem Kombilaufwerk, das DVD-ROMs liest und CD-RW-Medien schreibt, sowie einer 80-GByte-Serial-ATA-Platte mit 7200 Umdrehungen pro Minute. Für 1579 Euro gibt es die mittlere Variante mit gleichem Monitor und gleicher Festplatte, aber mit 1,8-GHz-Prozessor und "SuperDrive" (DVD-RW- und CD-RW-Brenner). Rund 2000 Euro verlangt Apple für den größten iMac, der sich durch ein 20-Zoll-Display mit 1680×1050 Pixeln Auflösung und eine 160-GByte-Festplatte von der mittleren Variante unterscheidet. Ausschließlich für den Bildungsbereich soll es ein Gerät ohne optisches Laufwerk geben. Alle Modelle haben 256 MByte RAM (DDR-400) und den GeForce-5200-Grafikchip von Nvidia (angebunden über 8X-AGP) mit 64 MByte Grafikspeicher gemeinsam. Die Grafikhardware kann zwar leistungsmäßig bei Weitem nicht mit Nvidias GeForce 6800 Ultra oder ATIs Radeon 9800 Pro mithalten, die beide auch für die aktuellen Power Macs erhältlich sind, erlaubt aber immerhin die Nutzung moderner 3D-Spiele und muss nicht aktiv gekühlt werden.

Drei Modelle zwischen 17 und 20 Zoll Displaydiagonale sind erhältlich, jeweils im 16:10-Format.

Update: Bei dem Prozessor handelt es sich entgegen unserer ersten Meldung doch um den PowerPC 970 FX, der auch im neuen Power Mac Dual 2,5 GHz steckt (Testbericht in der kommenden c't 19/04; ab 3.9. im Handel). Zentral-Controller (Northbridge) und Frontside-Bus arbeiten je nach Modell mit 533 oder 600 MHz: Das ist nur ein Drittel des Prozessor-Takts; beim Power Mac G5 wird der Controller mit halbem CPU-Takt betrieben. All diese Maßnahmen zur Wärmereduktion zielen auf eines ab: Mit 25 dBA soll der iMac flüsterleise sein, verspricht Apple, trotz drei integrierten Lüftern.

Der Slot-in-Einschub des Laufwerks befindet sich am rechten Gehäuserand; die Lautsprecher sitzen unten im Rahmen und strahlen indirekt auf die Tischoberfläche ab; das Mikrofon ist unsichtbar an der Front angebracht. Die Schnittstellen -- zweimal FireWire 400, dreimal USB 2.0, 100-MBit-Ethernet, Optical-Audio-out und der 56-kBit-Modemport verbergen sich an der Gehäuserückseite. Bluetooth und AirPort Extreme (802.11g-WLAN mit 54 MBit/s brutto) sind bei Bedarf nachzurüsten; die Antennen für letzteres bereits im Gehäuse verbaut.

In Apples Web-Store kann man die Ausstattung beinahe nach Belieben variieren und beispielsweise die AirPort-Karte, das Bluetooth-Modul, bis zu 2 GByte RAM oder die drahtlose Tastatur und Maus gleich mit bestellen.

Die Rechner werden mit Mac OS X 10.3 alias "Panther", dem integrierten Paket AppleWorks, den Spielen Nanosaur 2 und MarbleBlast Gold sowie dem Multimedia-Paket für Kreative, iLife, ausgeliefert.

In sechs Jahren hat Apple 7,5 Millionen iMacs abgesetzt. Die letzte Generation im Design einer Schreibtischlampe war schon vor zwei Monaten ausverkauft. Ursprünglich sollte der Nachfolger Anfang Juli auf den Markt kommen. (se)