Menü

Apple, Google und Intel einigen sich mit Klägern im Verfahren um Rekrutierungskartell

Tausende Mitarbeiter sahen sich in ihren Karrierechancen benachteiligt, weil die Unternehmen vereinbarten hatten, sich gegenseitig keine Leute abzuwerben. Jetzt gibt es eine Einigung.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 45 Beiträge

Der Zivilprozess um Schadenersatz für illegale Absprachen zwischen IT-Unternehmen für einen Abwerbe-Stopp endet, bevor die erste Anhörung stattfinden sollte. Apple, Google, Intel und Adobe haben sich mit den Klägern geeinigt, den Rechtsstreit (11-CV-02509, US District Court Northern California) beizulegen, gibt die Rechtsanwaltskanzlei Lieff Cabraser Heimann & Bernstein bekannt. Die Einzelheiten werden wohl öffentlich, wenn sie zum 27. Mai der zuständigen Bundesbezirksrichterin Lucy Koh vorgelegt werden. Die Anwälte hatten für ihre gut 64.000 Mandanten – Mitarbeiter, die sich durch die Absprachen benachteiligt sahen – 3 Milliarden US-Dollar verlangt. Nach Informationen des Wall Street Journals zahlen die Unternehmen insgesamt 325 Millionen Dollar.

In dem Verfahren geht es um Absprachen zwischen den Unternehmen, sich gegenseitig keine Mitarbeiter abzuwerben. Dabei haben sich offenbar die Vorstandschefs persönlich um diesen Pakt gekümmert, der nach Ansicht der US-Kartellaufsicht gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen hat. Das US-Justizministerium hatte seine Ermittlungen in dieser Sache Ende 2010 eingestellt und sich mit den Unternehmen auf einen Vergleich geeinigt.

Im Mittelpunkt in dem Verfahren standen vor allem Apple und Google. So bekam ein E-Mail-Wechsel zwischen Apple-Gründer Steve Jobs und dem damaligen Google-Chef Eric Schmidt viel Aufmerksamkeit. Nachdem eine
Mitarbeiterin von Googles Personalabteilung per E-Mail einen Apple-Entwickler angesprochen hatte, beschwerte sich Jobs bei Schmidt. Die Reaktion fiel hart aus: Google versicherte, dass die Frau sofort gefeuert werde und so etwas nicht wieder vorkommt. Jobs quittierte dies beim internen Weiterleiten der Mail mit einem Smiley.

Betroffene Mitarbeiter, die sich durch die Absprachen ihrer Karrierechancen beraubt sahen, haben im Mai 2011 eine Klage eingereicht, die im Oktober vergangenen Jahres als Sammelklage zugelassen wurde. Diese richtete sich ursprünglich auch gegen Lucasfilm, Pixar und Intuit. Die drei Unternehmen hatten sich aber schon voriges Jahr mit den Klägern auf eine Summe von 20 Millionen US-Dollar geeinigt. Vorigen Monat wurde bekannt, dass die Gehaltsabsprachen weiter als gedacht reichten. (mit Material der dpa) / (anw)