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Apple, HP, Samsung & Co. wollen Kobalt ohne Kinderarbeit

Die schlechten Arbeitsbedingungen beim Kobalt-Abbau im Kongo sind seit Langem bekannt. Nun versprechen Technik-Konzerne erstmals, sich für Verbesserungen einzusetzen.

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Apple, HP, Samsung & Co. wollen Kobalt ohne Kinderarbeit

Kobaltmine in der Provinz Katanga, DR Kongo

(Bild: Fairphone)

Apple, HP, Huawei, Samsung SDI und Sony gehören zu den ersten Mitgliedern der "Responsible Cobalt Initiative", die sich für bessere Arbeitsbedingungen beim Kobalt-Abbau im Kongo einsetzen will. Kobalt ist einer der wichtigsten Rohstoffe für Lithium-Ionen-Akkus. Ebenfalls beteiligt an der Initiative sind chinesische Kobalt-Verarbeiter, der chinesische Rohstoff-Industrie-Verband CCCMC und die OECD.

Außerdem erwägt die Electronics Industry Citizenship Coalition (EICC), der Nachhaltigkeitsverband der Elektronikindustrie, den Kobalt-Abbau im Kongo näher zu untersuchen, berichtet die Washington Post. In der EICC sind fast alle großen Elektronik-Firmen Mitglied. Der Verband gab erst vor Kurzem bekannt, dass er künftig weitere Rohstoff-Lieferketten untersuchen will, neben denen der klassischen "Konfliktmetalle" Gold, Zinn, Wolfram und Tantal.

Die Ankündigungen der Unternehmen fallen nicht vom Himmel: Vor knapp einem Jahr begann Amnesty International eine aufsehenerregende Kampagne über Kinderarbeit, lebensgefährliche Arbeitsbedingungen und langfristige Gesundheitsschäden beim Kobalt-Abbau im Kongo.

Das deutsche Öko-Institut hatte diese Probleme schon 2011 in einer Studie aufgedeckt, die aber wenig beachtet wurde. Vor Kurzem gelang es dann der Washington Post, nachzuzeichnen, auf welchen Wegen das Kobalt aus dem Kongo in den Akkus von Smartphone-Marken wie Apple landet.

Die meisten Experten betonen, dass die Industrie auf keinen Fall das Kobalt aus dem Kongo boykottieren sollte (wie bei Tantal und Zinn geschehen), sondern sich stattdessen vor Ort für bessere Arbeitsbedingungen engagieren sollte. Geschätzt wird, dass in der Demokratischen Republik Kongo rund 100.000 Arbeiter vom handwerklichen Kobalt-Abbau leben. Rund 60 Prozent des weltweit abgebauten Kobalts stammt aus dem Land.

Laut Washington Post erwägen auch Tesla und LG Chem, sich der Responsible Cobalt Initiative anzuschließen.

Außer Gold, Zinn, Wolfram, Tantal und Kobalt stecken noch Dutzende weitere Metalle in elektronischen Geräten. Die Arbeits- und Umweltbedingungen in den Minen sind selten vorzeigbar – weitere Enthüllungsberichte von Organisationen wie Amnesty International dürften folgen. (cwo)

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