Apple: Patent für Notabschaltung von iPhone & Co

Künftige Geräte sollen sich gegen unautorisierte Zugriffe zur Wehr setzen können. Gleichzeitig könnte der Mechanismus den Jailbreak von iOS-Geräten verhindern.

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Apple hat im Februar dieses Jahres einen Patentantrag eingereicht, der jetzt veröffentlicht wurde. Er trägt den Titel "Systeme und Methoden zur Identifizierung unautorisierter Nutzer eines elektronischen Gerätes". Das Dokument beschreibt zunächst verschiedene Wege zur automatischen Erkennung eines unautorisierten Zugriffs: Anhand von Stimmerkennung, bei Manipulationen der SIM-Karte, durch Bestimmung der geografischen Entfernung zum verknüpften PC oder gar über die Analyse der Herzfrequenz des Nutzers. Ein entsprechendes Patent für einen integrierten Herzschlag-Sensor wurde im Mai veröffentlicht.

Im Falle eines unautorisierten Zugriffs soll das betroffene Gerät per GPS gesammelte Informationen über den Aufenthaltsort inklusive Fotos aus der näheren Umgebung übermitteln und gleichzeitig sensible persönliche Daten wie Kreditkarteninformationen löschen. Parallel ließe sich der legitime Nutzer per Mail oder beliebigen anderem Web-Dienst benachrichtigen. Persönliche Daten würde das System vor dem Löschen des Gerätes auf einem Server sichern.

Neben dem Schutz persönlicher Daten nach einem Diebstahl könnte die Notabschaltung jedoch auch im Falle des Jailbreaks eines iOS-Gerätes greifen: "Zum Beispiel kann schon ein plötzlicher Anstieg in der Speichernutzung ein Indiz für den Einsatz eines Hacker-Programms sein", so die Patentschrift. Somit wären auch legitime Besitzer eines iPhone oder iPad von der automatischen Sperre betroffen, wenn sie über den Umweg eines Jailbreaks erweiterte Gerätefunktionen nutzen möchten, etwa um Flash-Inhalte zu betrachten oder eventuell vorhandene SIM-Sperren zu überwinden.

Eine "friedliche" Nutzung der in der Patentschrift beschriebenen biometrischen Erkennung bestünde in ihrem Einsatz für eine automatisierte Benutzerverwaltung. Besonders einem Familiengerät wie dem iPad mangelt es momentan an der Möglichkeit, Profile für verschiedene Nutzer anzulegen. Mit Herzfrequenzanalyse, Stimmerkennung und Kamera könnten künftige Gerätegenerationen ihr Gegenüber automatisch erkennen. (sha)