Apple beendet Wartungsarbeiten bei MobileMe

Neu entdeckter Synchronisationsfehler verhinderte Abgleich zwischen iPhone, iPod touch und dem Internet-Dienst.

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Der Computerkonzern Apple meldet Vollzug bei der Reparatur seines von allerlei Startschwierigkeiten geplagten Internet-Dienstes MobileMe. Der 80 Euro im Jahr teure Service mit Mail, Kalender, Fotodienst, Adressbuch und Online-Festplatte ersetzt seit dem 11. Juli den Vorgänger ".Mac". Bei den Nutzern sorgt MobileMe seither eher für Verärgerung als Begeisterung: War der Dienst anfangs nicht oder nur schleppend erreichbar, nervte er in den letzten zwei Wochen mit E-Mail-Ausfällen bei einem Teil der Nutzer.

Trotz Apples öffentlicher Ankündigung scheinen jedoch noch immer nicht alle Probleme behoben zu sein. So zeigte Apples MobileMe-Support-Website am Donnerstag erneut ein gelbes Signal mit dem seit zwei Wochen bekannten Hinweis, dass "1% der MobileMe-Mitglieder" nur eingeschränkten Zugriff auf ihre E-Mail hätten und man an der Fehlerbehebung arbeite. Am Mittwoch hatte die Informationsseite hingegen zwischenzeitlich alle Dienste als wieder vollständig funktionsfähig bezeichnet.

Im Unklaren scheint sich der Computerkonzern auch darüber zu sein, in welchem Umfang bei den MobileMe-Problemen tatsächlich E-Mails verloren gegangen sein könnten. Hieß es anfangs im "MobileMe Status Weblog" noch, diese möglichen Ausfälle im Bereich von bis zu zehn Prozent des Posteingangs betroffener Nutzer stammten nur vom 16. bis 18. Juli, wurde später auch noch die darauf folgende Woche als potenzielles E-Mail-Verlustgebiet tituliert. Inzwischen zog sich Apple wieder auf den alten Standpunkt (16. bis 18. Juli) zurück und schrieb außerdem, es sei nun doch gelungen, "historische Botschaften" zu restaurieren. In welchem Umfang das erfolgte, blieb zunächst unklar.

Allerdings sollen die zwischen dem 18. und 22. Juli eingegangenen Botschaften betroffener Nutzer ein falsches Eingangsdatum tragen, "weil sie am 23. Juli auf unseren neuen Server platziert" worden seien. "Wenn Sie das tatsächliche Datum einer bestimmten E-Mail erfahren müssen, sollten Sie sich die langen Header-Informationen anzeigen lassen", schreibt Apple dazu. Diese Funktion lässt sich sowohl in Apple Mail als auch im MobileMe-Webmailer über einen entsprechenden Menüpunkt aktivieren.

Um Nutzern zu helfen, die weiterhin Probleme mit MobileMe haben, richtete Apple inzwischen eine kostenlose Chat-Unterstützung ein. Diese wendet sich allerdings explizit an jene Nutzer, die von den Mail-Problemen betroffen waren - offensichtlich besitzt Apple eine entsprechende Datenbank. MobileMe-Nutzern, die nicht in dieser eingetragen sind, wird hingegen nicht geholfen; sie werden mit einer vorgefertigten Entschuldigung samt Chat-Abbruch abgefertigt: "Der 24-Stunden-Chat-Support ist eine temporäre Maßnahme nur für diejenigen Nutzer, deren Accounts von dem Problem betroffen waren. Laut unseren Daten gehören Sie nicht dazu."

Apple musste unterdessen ein weiteres MobileMe-Problem einräumen: Am Montag kam es laut einem Support-Dokument zu Synchronisationsproblemen zwischen dem Internet-Dienst und iPhone oder iPod touch. Damit diese behoben werden, müssen Betroffene in einigen Fällen ihre Geräte zurücksetzen.

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(bsc)