Apple bringt angeblich Laptop mit Flash-Speicher statt Festplatte

Ein Subnotebook mit Flash-Speicher soll das eh schon starke Wachstum bei den MacBooks weiter ankurbeln, meint ein Branchenanalyst aus den USA.

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Von
  • Jürgen Kuri

Apple wird nach Einschätzung von Branchenbeobachtern noch in diesem Jahr erstmals einen Laptop mit Flash-Speicher statt einer Festplatte auf den Markt bringen. Damit könnte das Gerät deutlich kleiner und stromsparender ausfallen als herkömmliche Notebooks. "Unsere Quellen belegen, dass Apple ein Produkt in der zweiten Jahreshälfte einführen wird, um das starke Wachstum seiner MacBooks weiter voranzutreiben", schrieb Shaw Wu, Analyst vom unabhängigen US-Forschungsverband American Technology Research, laut dpa. Wu geht anscheinend davon aus, dass Apple Solid-State-Disks (SSD) aus Flash-Speicher einsetzen will, um ein "ultraportables Subnotebook" zu ermöglichen, und keine Hybrid-Disks (H-HDD), die herkömmliche Festplatten mit Flash-Speichern kombinieren. Apple kommentiert wie üblich Berichte über angeblich kommende Produkte nicht.

Seit 2005 setzt Apple NAND-Flash-Chips in seinem portablen Musikplayer iPod Nano ein und ist zu einem der größten NAND-Flash-Abnehmer der Welt geworden. Die Speicherchips stecken in Mobilgeräten wie MP3-Playern, PDAs, Smartphones sowie in USB-Speichersticks und Speicherkarten; bisher sind sie, bezogen auf die Kapazität, noch deutlich teurer als herkömmliche Festplatten. Notebooks könnten mit Flash-Chips kleiner gebaut werden, da auch aufwendige Kühlungen nicht mehr wie bisher nötig wären. Dabei könnten sie unterwegs länger laufen. Bislang stand allerdings der hohe Preis der Flash-Speicher einem breiten Einsatz entgegen, der in den vergangenen Jahren jedoch im Sinkflug begriffen ist. Inzwischen setzen auch Speicherhersteller wie Samsung auf den Ersatz von Festplatten durch Flash-Speicher in mobilen Rechnern, um das Wachstum des rund 12 Milliarden Dollar schweren Markts weiter voranzutreiben.

Solid-State-Disks aus Flash-Speicher waren bisher lediglich in Nischenmärkten erfolgreich, etwa bei stoßgeschützten Notebooks, militärischen Geräten und in Flugschreibern. Doch bereits auf der CeBIT 2006 hat Samsung ultraportable Notebooks als Prototypen mit SSDs gezeigt; Sony liefert in den USA und Japan beispielsweise das UMPC-ähnliche Vaio VGN-UX390N mit einer 32-GByte-SSD aus.

Nach Angaben von Bloomberg geht Samsung von erheblichem Wachstum des NAND-Flash-Marktes durch SSDs und H-HDDs aus. Windows Vista verwaltet den nichtflüchtigen Flash-Speicher von H-HDDs als Cache für Disk-Zugriffe ("ReadyDrive"); Microsoft verspricht unter anderem geringere Bootzeiten und geringeren Energiebedarf im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten – das gilt aber vor allem für kompakte Festplatten im 1,8-Zoll- und 2,5-Zoll-Format, die teilweise deutlich langsamer arbeiten als schnelle SSDs. Die maximalen Datentransferraten von ausgewachsenen Desktop-PC- oder gar Server-Festplatten erreichen bezahlbare SSDs bei weitem noch nicht, dafür bieten sie sehr kurze Zugriffszeiten. (jk)