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Apple kauft PowerPC-Entwicklerfirma P.A. Semi

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Als das 2003 vom Industrieveteranen Dan Dobberpuhl gegründete Silicon-Valley-Startup P.A. Semi im Herbst 2005 mit dem PWRficient einen angeblich hoch effizienten 64-Bit-PowerPC-Doppelkern ankündigte, da war es schon zu spät: Der für rund 2 GHz Taktfrequenz ausgelegte Prozessor hätte zwar gut in Apples iBooks oder PowerBooks gepasst, doch Apple hatte sich wenige Monate zuvor für Intel entschieden; schon Anfang 2006 erschien das erste MacBook Pro mit Core Duo.

P.A. Semi blieb deshalb nichts anderes übrig, als auf den Embedded-Markt zu setzen, wo PowerPC-Prozessoren recht verbreitet sind. PowerPC-Marktführer sind allerdings IBM und Freescale, die ihre Architektur unter anderem im Rahmen der Industrievereinigung Power.org gegen Konkurrenten wie x86, ARM, MIPS, SPARC und Co. fördern wollen. Laut Forbes.com soll nun Apple die 150-Mitarbeiter-Firma P.A. Semi für 278 Millionen US-Dollar übernehmen wollen; Details werden heute nach US-Börsenschluss bei der Apple-Quartalskonferenz erwartet.

Schon schießen aber die Spekulationen über Apples Motive für die P.A-Semi-Übernahme ins Kraut, und selbstverständlich kommt auch das iPhone ins Spiel: Hier setzt Apple nämlich bisher nicht auf Intel, sondern auf Handy-Prozessoren mit ARM-Kernen. Intel lässt dabei keine Gelegenheit aus, auf den möglichen iPhone-Einsatz des 2009 erwarteten x86-Systems-on-Chip (SoC) Moorestown hinzuweisen. Die jüngste x86-Sparversion Atom ist unterdessen mit angeblich insgesamt rund 1 bis 2 Watt "typischer" Leistungsaufnahme (inklusive Chipsatz) noch viel zu energiehungrig für einen iPhone-Akku; Moorestown soll deshalb noch weitaus sparsamer arbeiten. Für den iPhone-Einsatz müsste auch P.A. Semi den Leistungsbedarf des PWRficient, der in der Version für Mobilapplikationen (laut PDF-Produktbeschreibung) rund 5 Watt schlucken soll, auf ein Zehntel davon eindampfen. (ciw)