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Apple schreibt wieder schwarze Zahlen

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Nach einem schweren Rückschlag im Geschäftsverlauf ist Apple Computer wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Mit einem Reingewinn in Höhe von 40 Millionen Dollar beziehungsweise 11 Cent pro Aktie (12 Cent inklusive einmaliger Posten) im Ende März abgeschlossenen Quartal hatte kein Beobachter gerechnet. Die Schätzungen lagen im Durchschnitt bei 1 Cent. Der Umsatz übertrifft mit 1,43 Milliarden US-Dollar knapp die Erwartungen der Analysten. In der vorangegangen Geschäftsperiode verbuchte Apple bei nur 1 Milliarde Dollar Umsatz 247 Millionen Dollar Verlust aus dem operativen Geschäft, im Märzquartal 2000 waren es noch 160 Millionen Dollar Gewinn bei 1,94 Milliarden Dollar Umsatz.

Die Firma hat damit jedenfalls mit Anstand den ersten Teil des Versprechens eingelöst, das CEO Steve Jobs bei der Bekanntgabe der desolaten Ergebnisse für das Dezemberquartal gemacht hatte: Apple werde vom kommenden Quartal an wieder schwarze Zahlen schreiben. Einen wesentlichen Anteil am guten Ergebnis hat offenbar der Markterfolg des Titanium-Powerbook, bei dem Apple vermutlich eine hohe Marge erzielt. Die kräftige Nachfrage nach Mac OS X dürfte ebenfalls ihren Teil beigetragen haben; nachdem die Entwicklungskosten bereits im Vorfeld ausgegeben worden sind, schlägt der Software-Umsatz fast in voller Höhe auf den Gewinn vor Steuern durch. Hingegen finden die bunten iMacs, die seit zweieinhalb Jahren nur behutsame Modellpflege erfahren haben, allem Anschein nach keinen reißenden Absatz mehr.

Finanzchef Fred Anderson wies bei der Bekanntgabe des Ergebnisses darauf hin, dass es Apple früher als erwartet gelungen sein, den Lagerbestand im Handelskanal auf den Normalpegel von vier Wochen zu reduzieren. Aber "eine Schwalbe macht noch keinen Sommer" – um den Jahresumsatz auf die prognostizierten 5,6 bis 5,8 Milliarden Dollar (reduziert gegenüber der früheren Prognose von 6 Milliarden) hinaufzuschrauben und zunehmend Gewinn einzufahren, muss Apple sich in den verbleibenden zwei Quartalen seines Geschäftsjahres 2001 noch einiges einfallen lassen. Beobachter rechnen deshalb mit einer baldigen Neuauflage des iMac und erwarten in der zweiten Jahreshälfte neue G4-Modelle mit deutlich höherer Prozessortaktfrequenz. Letzteres hängt freilich kaum von Apple ab, sondern vom Zulieferer Motorola, dessen Probleme mit der Produktion schnellerer Prozessoren Apple schon mehrfach Absatzchancen vermasselt haben. (cp)