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Apple setzt auf H.264-Videocodec

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Bereits auf der Broadcaster-Messe NAB liebäugelte Apple mit dem kommenden Videostandard H.264/AVC, als die Firma damit kodiertes High-Definition-Material präsentierte. Nachdem das Format offenbar vom DVD-Forum neben MPEG-2 und VC-9 als einer der drei Video-Codecs für die HD-DVD bestätigt wurde, bekennt sich Apple nun voll und ganz zu H.264/AVC. Unter VC-9 (Video Codec 9) versteht man eine verallgemeinerte Fassung von Windows Media 9, die Microsoft zur Standardisierung der SMPTE vorgelegt hat.

H.264/AVC -- auch MPEG-4 Part 10 genannt -- eignet sich insbesondere zur Speicherung von HD-Material (bis 1920×1080 Bildpunkte interlaced) bei vergleichsweise geringen Bitraten (etwa 8 MBit/s). Es taugt aber auch zur Videoübertragung bei niedrigsten Bandbreiten, etwa Videotelefonie übers Handy.

Laut Phil Schiller, Senior Vice President Worldwide Product Marketing von Apple, wird QuickTime ab kommendem Jahr H.264 unterstützen. Ganz nebenbei ließ Schiller fallen, dass QuickTime 6.x inzwischen 250 Millionen mal aus dem Web bezogen wurde und Boden gegenüber den beiden größten Streaming-Rivalen RealNetworks (RealMedia) und Microsoft (Windows Media) gut gemacht habe. Laut Frost & Sullivans "2004 Global Media Streaming Platform Report" liege Quicktime mit 36,8 Prozent Marktanteil vor RealNetworks (25 Prozent) und nur knapp hinter Microsoft (etwa 38 Prozent).

Vor zwei Wochen herrschte einiges Durcheinander ob der Entscheidung des Steuerungskomitees des DVD-Forum, für die eine etwas unglückliche Formulierung in dem Beschluss des 26. Meetings des Steuerungskomitees sorgte. Die auf das "Voting Subject 11" bezogene Ablehnung bezog sich jedoch entgegen gegenteiliger Interpetationen lediglich auf die Vorläufigkeit der Entscheidung, sodass H.264/AVC, MPEG-2 und VC-9 als obligatorische Codecs für HD-DVD feststehen -- auch wenn man immer noch auf die endgültigen Lizenzbestimmungen des letzeren wartet. (vza)