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Apple stagniert und kann sich auf das iPhone verlassen

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Eigentlich völlig egal, dieses Quartal. Keine neuen Gadgets, keine neue Rekorde, ein bisschen weniger Gewinn, aber auch kein Desaster – meinen zumindest die nie um eine Pointe verlegenen Kollegen vom Business Insider. Der Zauber ist verflogen, die goldenen Zeiten der stetig wachsenden Gewinne sind vorbei: Vor Jahresfrist notierte die Apple-Aktie noch bei 600 US-Dollar und war auf dem Weg zum Höchststand von über 700 Dollar. Am Donneŕstag schloss das Papier mit 418 US-Dollar. Immerhin: Damit ist Apple immer noch einer der dicksten Fische an der Wall Street.

Doch hat der Bericht, den der US-Computerhersteller am späten Dienstagabend vorgelegt hat, die gedämpften Erwartungen stellenweise doch übertroffen. Apple hat seinen Umsatz im dritten Quartal des im September endenden Geschäftsjahres leicht von 35 auf 35,3 Milliarden US-Dollar (26,9 Milliarden Euro) gesteigert. Der Nettogewinn ging wie erwartet um knapp 20 Prozent zurück, von 8,8 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal auf 6,9 Milliarden US-Dollar (5,3 Milliarden Euro). Umgelegt auf eine Aktie betrug der Gewinn 7,47 US-Dollar, das lag über den Erwartungen der Wall Street, an der mit etwas über 7,30 US-Dollar gerechnet worden war. Die Apple-Aktie zog im nachbörslichen Handel deutlich an.

Für die Überraschung sorgte einmal mehr das iPhone. Mit 31 Millionen verkauften Smartphones hat Apple die zwischen 26 und 27 Millionen Stück angesiedelten Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. "Wir sind besonders stolz auf unsere iPhone-Rekordverkäufe in einem dritten Quartal mit über 31 Millionen sowie das starke Wachstum bei iTunes, Software und Services," erklärte CEO Tim Cook. "Wir arbeiten hart an einigen unglaublichen neuen Produkten, die wir diesen Herbst und in 2014 vorstellen werden." Mehr dazu, wann das im Herbst erwartete neue iPhone denn nun kommen wird, sagte Cook natürlich nicht.

Das vom CEO angesprochene Geschäft mit iTunes, Software und Diensten legte im Vergleich zum Vorjahr von 3,2 auf fast 4 Milliarden US-Dollar zu. Im alten Kerngeschäft mit Computern konnte Apple noch 3,75 Millionen Macs absetzen, im Vorjahresquartal waren es noch 4 Millionen. Der iPod-Absatz ging erwartungsgemäß von 6,75 auf 4,57 Millionen Stück zurück. Enttäuschend war dagegen der Absatz des iPads, der um 14 Prozent von 17 auf 14,6 Millionen Stück zurückging. Apple verkauft mittlerweile viele iPad mini, die weniger Geld abwerfen als ein großes iPad oder ein iPhone. Das drückt auf die Margen.

Auf die Margen blickt die Wall Street ohnehin mit Sorge: Mitte des vergangenen Geschäftsjahres konnte Apple noch mit einer Bruttogewinnspanne von über 47 Prozent protzen. Auch diese Zeiten sind vorbei, seither bewegt sich die Marge Quartal für Quartal wieder in Gegenrichtung. Nach 42,8 Prozent im Vorjahresabschnitt weist Apple für das 3. Quartal 2013 eine Marge von 36,9 Prozent aus und reißt die von der Wall Street bei 37 Prozent gehängte Latte nur knapp. Allerdings war die Bruttogewinnspanne zuletzt im vierten Quartal 2010 so weit unten. Für das laufende Quartal rechnet Apple mit eine Marge zwischen 36 und 37 Prozent bei einem Umsatz zwischen 34 und 37 Milliarden US-Dollar.

Quartal Umsatz (US-Dollar) Gewinn (US-Dollar)
1/09 * 11.880 Mio. 2.255 Mio.
2/09 * 9.084 Mio. 1.620 Mio.
3/09 * 9.734 Mio. 1.828 Mio.
4/09 * 12.207 Mio. 2.532 Mio.
1/10 15.683 Mio. 3.378 Mio.
2/10 13.499 Mio. 3.074 Mio.
3/10 15.700 Mio. 3.253 Mio.
4/10 20.343 Mio. 4.308 Mio.
1/11 26.741 Mio. 6.004 Mio.
2/11 24.667 Mio. 5.987 Mio.
3/11 28.571 Mio. 7.308 Mio.
4/11 28.270 Mio. 6.623 Mio.
1/12 46.330 Mio. 13.060 Mio.
2/12 39.168 Mio. 11.622 Mio.
3/12 35.023 Mio. 8.824 Mio.
4/12 35.966 Mio. 8.223 Mio.
1/13 54.512 Mio. 13.080 Mio.
2/13 43.603 Mio. 9.547 Mio.
3/13 35.323 Mio. 6.900 Mio.

* Apple bilanziert seit dem ersten Quartal 2010 nach neuen Buchhaltungsstandards in den USA. Damit werden Einnahmen aus dem Verkauf von iPhone und Apple TV nunmehr vollständig für den Zeitpunkt des Verkaufs verbucht, während sie zuvor über die Lebenszeit der Geräte hinweg auf die Quartale verteilt wurden. Die Angaben zu den Ergebnissen der Vorquartale wurden nach der neuen Bilanzierungsmethode errechnet und weichen entsprechend von den ursprünglich veröffentlichten Zahlen ab. (vbr)