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Apple verkauft 100.000.000 Songs im Online-Shop

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Nun ist es geschafft: Etwas verspätet gegenüber den ursprünglichen Prophezeiungen von Apple-Chef Steve Jobs, aber doch weit früher, als die meisten Marktbeobachter beim Start für möglich hielten, verkauft Apple 100 Millionen Songs in seinem Online-Musikshop iTunes Music Store. Der Käufer des hundertmillionsten Songs, Kevin Britten aus Hays (Kansas), gewann mit dem bezahlten Download von Somersault (Dangermouse remix) von Zero7 den von Apple ausgesetzten Preis: ein 17-Zoll-Powerbook, einen iPod-Player mit 40 GByte Festplatte und eine Geschenkurkunde für 10.000 Songs im iTunes-Shop. Die weiteren Gewinner des Wettbewerbs, mit dem Apple das Erreichen der 100-Millionen-Schwelle beschleunigen wollte, sollen in Kürze bekannt gegeben werden.

Zum einjährigen Jubiläum des iTunes Music Store hatte Apple bereits stolz das Erreichen der Marke von 70 Millionen online verkauften Musikstücken melden können. Solche Verkaufszahlen erschienen beim Start noch völlig illusorisch -- gegen die Konkurrenz der kostenlosen Tauschbörsen und der CD-Brenner schien ein Online-Musikshop zum Nischendasein verdammt. Zu den Hindernissen rechneten viele Beobachter auch die komplizierten Verhandlungen mit den Labels über einen Start in Europa, der den Start des iTunes Music Store hierzulande erst einmal hinauszögerte. Auch dass anfänglich die notwendige Software nur für Mac OS verfügbar war, ließ so Manchen am Erfolg des Konzepts zweifeln.

Apple konnte aber mit seinem iTunes Music Store allen später gestarteten Online-Konkurrenten wie Napster, MusicMatch oder RealNetworks Paroli bieten und auch in Europa trotz Lücken im Shop schnell mit Erfolgen aufwarten. Apple besetzt nach eigenen Angaben rund 70 Prozent des Marktes bei den Online-Musikshops. Dagegen blamiert sich die Musikindustrie selbst immer wieder mit eher missglückten Versuchen, eigene Musikshops aufzuziehen -- beispielsweise die Querelen um die Eröffnungszeremonie der deutschen Branchenplattform PhonoLine, während der Bundeskanzler Gerhard Schröder auf Grund rechtlicher Bedenken sich vorsichtshalber erst gar keinen Song im Web besorgte, rückten die Branche nicht gerade in ein gutes Licht. Dagegen versuchen sich andere Konkurrenten durch Fusionen eine bessere Ausgangsposition für einen Markt zu verschaffen, der bislang noch lediglich für 1 bis 2 Prozent der Umsätze der Musikinudstrie sorgt: So schlossen sich etwa Loudeye und OD2 zusammen und trompeten erfreut in die Welt, man könne nun 1,3 Millionen Songs anbieten, die auch für Europa lizenziert seien, und von den fünf Majors sowie Hunderten von Independent-Labels stammten. (jk)