Apple vs. FBI: Professionelle Hacker sollen dem FBI geholfen haben

Angeblich soll nicht die israelische Firma Cellebrite dem FBI geholfen haben, das iPhone des San-Bernardino-Attentäters zu knacken – professionelle Hacker hätten eine bisher unbekannte Schwachstelle verkauft. Apple will nicht nachhaken.

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(Bild: dpa, Michael Kappeler)

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Professionelle Hacker sollen das iPhone von San Bernardino für das FBI zugänglich gemacht haben. Das berichtet die Washington Post. Mit dem Fall vertraute Personen hätten gegenüber der Zeitung bestätigt, dass das FBI nicht die Hilfe der israelischen Firma Cellebrite in Anspruch nehmen musste, wie zuvor berichtet wurde. Professionelle Hacker hätten der Behörde eine bisher unbekannte Software-Schwachstelle offeriert. Das FBI habe die Hacker mit einer Einmalzahlung entlohnt.

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Mit dem Wissen um die Schwachstelle wäre ein "Stück Hardware" kreiert worden, mit dem das FBI die persönliche Identifikationsnummer herausfinden konnte, ohne dass die gesamten Daten auf dem iPhone gelöscht wurden. Das passiert, wenn zehn Mal hintereinander der falsche Passcode eingegeben wird.

Apple habe keine Absicht, die Schwachstelle vom FBI zu erfahren, hieß es zuletzt gegenüber US-Medien. Das Unternehmen erklärte, dass die Lücke nur eine "kurze Haltbarkeit" habe und im Rahmen der normalen Software-Weiterentwicklung beseitigt würde. Zugleich betonte der Konzern, man kenne die in diesem Fall genutzte Schwachstelle aber nicht.

FBI-Chef James Comey stellte in einer kürzlich gehaltenen Rede zu dem Fall aber auch klar, dass die Schwachstelle sich nur für wenige iPhones nutzen lasse – eigentlich nur für iPhones 5c mit iOS 9. Bei neueren iPhones wie etwa den Modellen iPhone 5s oder iPhone 6 könne die Methode nicht angewandt werden.

Ob das FBI die Schwachstelle an Apple melde, sei noch nicht entschieden, hatte Comey in dem Zusammenhang erklärt. Die Behörde wäre wieder zurück "am Startpunkt", wenn sie die Schwachstelle mitteile – denn dann würde sie behoben. (kbe)