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Apple weiter auf Rekordjagd

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Auf neue Produkte können sich Fans der Marke Apple am Mittwochabend freuen, am gestrigen Montagabend (deutsche Zeit) hatten einmal mehr die Aktienbesitzer das Lachen. Apple hat kurz nach Schluss des Börsenhandels an der New Yorker Wall Street die Zahlen für das abgelaufene vierte Geschäftsquartal bekannt gegeben. Sie stehen den jüngsten Erfolgsmeldungen von Google, Intel und Smartphone-Hersteller HTC in keiner Weise nach.

Mit 20,34 Milliarden US-Dollar Umsatz und 4,31 Milliarden US-Dollar (3,08 Milliarden Euro) Netto-Gewinn konnte Apple das beste Ergebnis in der Firmengeschichte erzielen. Umgerechnet auf die Aktie entspricht dies einem Gewinn von 4,64 US-Dollar. Es liegt damit über den Erwartungen der meisten Analysten. Der Kriegskasse in Cupertino sind weitere 5,7 Milliarden US-Dollar zugeflossen. Vor einem Jahr konnte Apple im gleichen Zeitraum 12,21 Milliarden US-Dollar umsetzen und 2,53 Milliarden US-Dollar Gewinn einstreichen, der Umsatz stieg damit um 67, der Gewinn gar um 70 Prozent. Die Aktie beendete den Börsentag in New York bei 318,00 US-Dollar (+1,04 Prozent), der Handel wurde nachbörslich ausgesetzt.

Firmenchef Steve Jobs "haute es um" und er nannte die Gründe für dieses Ergebnis: "iPhone-Verkäufe sind mit 14,1 Millionen um 91 Prozent zum Vorjahr gewachsen und übertreffen die 12,1 Millionen Geräte, die RIM im letzten Quartal verkauft hat." Auch das iPad trägt mit starken Verkäufen zu dem überraschend guten Ergebnis bei, vom Tablet konnte Apple 4,19 Millionen Geräte verkaufen.

Dritte Säule des Rekordergebnisses ist der Mac, das einstige Nischenprodukt. Mit 3,89 Millionen verkauften Computern ist der Mac keine Nebenerscheinung mehr und Apple liegt zumindest in den USA knapp hinter Acer auf Platz 4 der Computerhersteller. Apple verkaufte 1,24 Millionen Desktop-Rechner und 2,64 Millionen Notebooks. In der Telefonkonferenz mit Analysten nannte Finanzvorstand Peter Oppenheimer speziell den überarbeiteten iMac als Umsatzbringer und betonte den anhaltend hohen Absatz von mobilen Macs – eine Kannibalisierung des eigenen Notebook-Marktes durch das iPad scheint zumindest jetzt noch nicht stattzufinden.

Ein verschmerzbarer Wermutstropfen scheint da die kontinuierlich sinkende Nachfrage nach iPods zu sein: Elf Prozent weniger Media-Player als im Vorjahres-Quartal konnte Apple verkaufen, immerhin noch 9,05 Millionen Geräte. Mit komplett überarbeitetem iPod nano und iPod Touch hat sich der Hersteller für das kommende Weihnachtsgeschäft bereits aufgestellt.

Die Marge ist auch aufgrund der "aggressiven Preisgestaltung" des iPads von 41,8 Prozent im Vorjahresquartal auf 36,9 Prozent zusammengeschmolzen. Der Anteil des internationalen Geschäfts liegt bei 57 Prozent mit besonders hohen Zuwächsen in Asien und auf dem getrennt betrachteten japanischen Markt. Für das anstehende Weihnachtsgeschäft erwartet Oppenheimer einen Umsatz von rund 23 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn pro Aktie von rund 4,80 US-Dollar.

Konzernergebnis Apple Inc.
Quartal Umsatz (US-Dollar) Gewinn (US-Dollar)
1/09 * 11.880 Mio. 2.255 Mio.
2/09 * 9.084 Mio. 1.620 Mio.
3/09 * 9.734 Mio. 1.828 Mio.
4/09* 12.207 Mio. 2.532 Mio.
1/10 15.683 Mio. 3.378 Mio.
2/10 13.499 Mio. 3.074 Mio.
3/10 15.700 Mio. 3.253 Mio.
4/10 20.343 Mio. 4.308 Mio.

Apple bilanziert seit dem ersten Quartal 2010 nach neuen Buchhaltungsstandards in den USA. Damit werden Einnahmen aus dem Verkauf von iPhone und Apple TV nunmehr vollständig für den Zeitpunkt des Verkaufs verbucht, während sie zuvor über die Lebenszeit der Geräte hinweg auf die Quartale verteilt wurden. Die Angaben zu den Ergebnissen der Vorquartale wurden nach der neuen Bilanzierungsmethode errechnet und weichen entsprechend von den ursprünglich veröffentlichten Zahlen ab.

Am Mittwochabend deutscher Zeit wird Apple Gewissheit in die aktuell brodelnde Gerüchteküche bringen und neue Produkte vorstellen. Die Einladungen zu diesem Special-Event "Back to the Mac" lassen auf eine Vorschau auf Mac OS X 10.7 mit Codenamen "Lion" schließen. Amazon listete kurzzeitig bereits die Software-Suite iLife 10 und über ein neues MacBook Air mit 11,6-Zoll-Display und fest verbautem SSD-Speicher wird spekuliert. Ein Gerät allerdings wird definitiv nicht unter den Neuvorstellungen sein: Firmenchef Steve Jobs hat im Konferenzgespräch einer 7-Zoll-Variante des iPads eine Absage erteilt. (olm)

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