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Apples Verkauf von iPhones, iPads und Macs bricht ein

Apple iPhone SE in verschiedenen Farben

Das iPhone SE findet in den Quartalszahlen noch keinen Niederschlag, da es erst am 31. März vorgestellt wurde.

(Bild: Apple)

16 Prozent weniger iPhones, 19 Prozent weniger iPads und zwölf Prozent weniger Macs hat Apple von Januar bis März verkauft. Das bescherte den ersten Umsatzrückgang seit über einem Jahrzehnt.

Zum ersten Mal hat Apple in einem Quartal weniger iPhones verkauft (-16%), als im Vergleichsquartal [1] des vorangegangenen Jahres. Und das, obwohl das Unternehmen den Durchschnittspreis gesenkt hat. Auch iPads (-19%) und Macs (-12%) fanden deutlich weniger Abnehmer. Die Folge sind ein um 13 Prozent gesunkener Umsatz und ein um 23 Prozent gefallener Gewinn. Im nachbörslichen Handel rutschten Apple-Aktien nach Bekanntgabe der Quartalszahlen [2] um acht Prozent ab.

Timothy Donald Cook

(Bild: Apple)

"Unser Team hat sehr gut gearbeitet, angesichts starken makroökonomischen Gegenwinds", suchte Apple-CEO Tim Cook nach positiven Aspekten, "Wir sind sehr froh mit dem anhaltend starken Umsatzwachstum bei Dienstleistungen." Um die Investoren bei Laune zu halten, werden Aktienrückkaufprogramm und Dividende aufgestockt. Fortan soll die Dividende jährlich erhöht werden.

In Summe ist Apples Umsatz in den ersten drei Monaten des Kalenderjahres von 58 Milliarden Dollar auf 50,6 Milliarden zurückgegangen (-13%). Hier drückt auch der hohe Kurs des US-Dollars. Wären die Wechselkurse gleich geblieben, hätte sich der Umsatzrückgang mit neun Prozent gerade noch im einstelligen Bereich bewegt. In jedem Fall war es der erste Umsatzrückgang bei Apple seit 2003 [3].

Von dem Quartalsumsatz entfielen auf iPhones 32,9 Milliarden (-18%), auf iPads 4,4 Milliarden (-19%) und auf Macs samt Macbooks 5,1 Milliarden (-9%). Die beiden übrigen Sparten haben hingegen zugelegt. Dienstleistungen brachten sechs Milliarden Dollar Umsatz, was ein Zuwachs von 20 Prozent ist. In diese Kategorie fällt auch der App Store, der für sich genommen sogar 35 Prozent mehr umgesetzt hat. Die Sparte Sonstiges ist sogar um 30 Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Dollar gewachsen. Treiber ist hier die Apple Watch, die inzwischen in 60 Ländern verkauft wird.

Apples Nettogewinn schrumpfte von 13,6 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf nunmehr 10,5 Milliarden (-23%). Die Bruttomarge ist von 40,8 Prozent auf 39,4 Prozent leicht zurückgegangen. Dieser Trend wird sich auch im laufenden Quartal fortsetzen. Der Umsatz wird von annähernd 50 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal [4] auf 41 bis 43 Milliarden zurückgehen, schätzt Apple-Finanzchef Luca Maestri. Die Bruttomarge erwartet er bei immer noch stattlichen 37,5 bis 38 Prozent.

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Hat Apple den Zenit überschritten? Bereits auf der CeBIT dieses Jahr diskutierten c't-Kollegen und Apple-Experten über die Situation bei Apple und ein mögliches "Peak iPhone":

Auf der CeBIT diskutierten c't-Kollegen und Apple-Experten über die Situation bei Apple

(ds [6])


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[1] https://www.heise.de/meldung/Rekordgewinn-Apple-trotzt-dem-starken-Dollar-3085026.html
[2] http://www.apple.com/pr/library/2016/04/26Apple-Reports-Second-Quarter-Results.html
[3] https://www.heise.de/meldung/Notebooks-verhelfen-Apple-zu-Gewinnen-77915.html
[4] https://www.heise.de/meldung/iPhone-laesst-Apples-Gewinne-sprudeln-2759010.html
[5] https://www.heise.de/meldung/Trotz-ruecklaeufiger-Verkaufszahlen-Tim-Cook-prophezeit-Apple-eine-strahlende-Zukunft-3189468.html
[6] mailto:ds@heise.de