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"Apps für Deutschland": Offene Daten gesucht

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Einen ersten bundesweiten Open-Data-Wettbewerb bereiten derzeit die Open Knowledge Foundation Deutschland, das Government 2.0 Netzwerk und das Open Data Network vor. Unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministeriums sollen Apps für Deutschland gesucht werden, Internetanwendungen und mobile Applikationen, die auf offenen Daten von Bund und Ländern basieren. Der Startschuss soll am 8. November 2011 auf der Messe "Moderner Staat" fallen, die Gewinner sollen auf der Computermesse CeBIT im März 2012 prämiert werden.

Anders als in ähnlichen Wettbewerben gibt es hier bisher keinen bestehenden Open-Data-Katalog, sondern nur eine kleine Auswahl von Datensätzen. Daher sind die Bundes- und Landesbehörden aufgefordert, ihre Daten aus Bereichen wie Umwelt, Wetter, Statistik, Geoinformationswesen, Bildung, Gesundheit oder Finanzen weiterzugeben, und zwar kostenfrei in einem maschinenlesbaren Format. Sie müssen außerdem unter einer Lizenz wie der Creative-Commons-Lizenz bereit gestellt werden, die eine weitere Verwendung auch für kommerzielle Zwecke erlaubt. Programmierschnittstellen sind erwünscht, doch die Behörden sollen die Rohdaten möglichst direkt bereit stellen beziehungsweise den Datenbankexport unterstützen.

Das Statistische Bundesamt und das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie wollen Daten für den Wettbewerb bereitstellen. Auch haben das Land Bremen sowie die Oberste Bundesbehörde für Verkehr, Bauwesen, Städtebau und Raumordnung sowie das Wohnungswesen ebenfalls bereits angekündigt, Daten freizugeben. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund will die Kommunen mobilisieren.

Ob sich auch das Bundesjustizministerium (BMJ) bewegen wird, ist noch unklar. Dort gibt es etliche Datensätze, die in aktuellen Open-Data-Projekten wie dem "Offenen Haushalt" verwendet werden könnten. Open-Data-Entwickler Friedrich Lindenberg fordert insbesondere die Herausgabe der Daten des Unternehmensregisters. Wenn Trägerdaten wie Name, Registerkennung und Anschrift frei als Datenbank verfügbar wären, könnten sie mit anderen Daten wie etwa Parteispenden oder Daten zur projektbezogenen Forschungsförderung leichter verknüpft werden. Nützlich wäre auch ein offener Zugang zu maschinenlesbaren Fassungen der Daten des Bundesanzeigers, des Bundesgesetzblatts und der Gesetzestexte im Netz. Sie stehen zwar größtenteils bereits online, aber aufgrund urheberrechtlicher Schranken durch Privatfirmen nicht frei verwendbar oder sie befinden sich hinter Bezahlschranken.

Erst bis 2013 will das Bundesinnenministerium die verschiedenen Open-Data-Angebote auf einer zentralen Plattform bündeln. Bund, Länder und Kommunen sollen diese dann mit ihren Daten befüllen. Bis 2012 soll eine Strategie stehen, die sich nicht nur mit Open Data, sondern auch mit Kooperation und Partizipation befassen soll, wie ein Sprecher des Ministeriums sagte.

Die Idee für den Wettbewerb entstand bereits vor über einem Jahr im Umfeld der drei Open-Data-Vereine. Der Titel des Wettbewerbs orientiert sich an dem Wettbewerb "Apps 4 Berlin" im vorigen Jahr. In den USA hieß hingegen einer der ersten bundesweiten Open-Data-Wettbewerbe "Apps for Democracy". (anw)