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Arabische Regulierer wollen Roaming-Preise senken

Die hohen Roamingpreise für den Handygebrauch im Ausland sind nun auch in arabischen Ländern ein politisches Thema geworden. Die bahrainische Regulierungsbehörde TRA [1] hat diese Woche den Vorsitz im Verband der arabischen Regulierungsbehörden (Arab Regulators Network [2]) übernommen. Anlässlich eines Treffens der 20 Mitgliedsbehörden erklärte TRA-Generaldirektor Alan Horne der lokalen Zeitung "Gulf Daily News", dass in den nächsten Monaten die Suche nach einem Weg zu Roaming-Tarifsenkungen Top-Priorität genieße.

"Es gibt eine allgemeine Übereinkunft, dass die Roamingkosten sehr hoch sind und die Anbieter selbst nicht genug freiwillige Maßnahmen bezüglich der Tarife gesetzt haben", wird Horne zitiert, "Der Ministerrat der Arabischen Liga hat uns ersucht, so schnell wie möglich einen Vorschlag zu unterbreiten." Dies wollen die nationalen Regulierungsbehörden abwarten, bevor sie ihre Entscheidungen treffen. Weitere Themen auf dem Arbeitsplan des Regulierer-Verbandes sind Konsumentenschutz, Kostenrechnungsmodelle, Lizenzierungsverfahren für neue Netzbetreiber, die Einführung von WLAN- und WiMAX-Netzen sowie Dienste für Kunden mit geringen Einkommen.

Die Zeitung berichtet auch über eine nationale E-Government-Offensive Bahrains. Die Regierung budgetiert 22 Millionen Bahrain-Dinar (umgerechnet mehr als 43 Millionen Euro), um in den nächsten drei Jahren E-Government-Dienste zu entwickeln. Die Zahl der Dienste soll bis Ende 2009 von 28 auf 167 steigen. Die Ausschreibung dreier Preise soll zudem für einen produktiven Wettbewerb zwischen den Ministerien sorgen. Bahrain zählt 716.000 Einwohner (2004). Auf die Einwohnerzahl Deutschlands umgelegt entspräche das E-Government-Budget mehr als fünf Milliarden Euro. (Daniel AJ Sokolov) (ps [3])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-133089

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.tra.org.bh/en
[2] http://www.aregnet.net/en
[3] mailto:ps@ct.de