Arbeiten in Zeiten des Coronavirus: Home-Office als Herausforderung

Durch die aktuelle Krise wird die Digitalisierung des Erwerbslebens endlich vorangetrieben. Doch im Hauruck-Verfahren entstehen neue Probleme.

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(Bild: Lapina/Shutterstock.com)

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Endlich in der Jogginghose am Küchentisch arbeiten. Keine Meetings mehr, die eine E-Mail sein könnten. Kein Stau, kein überfüllter Regionalexpress auf dem Weg zur Arbeit. Die Krise bringt das Neuland Internet endlich in unseren Arbeitsalltag. Nach ein paar Tagen oder gar Wochen Heimarbeit zeigt sich aber für viele schnell: Das Home-Office schlaucht.

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Die Krise um das Coronavirus hat uns in eine neue Zeit katapultiert. Zahlreiche Betriebe und Konzerne schicken ihre Angestellten ins Home-Office. Was früher ein Privileg für Besserverdienende war, ist nun zur Realität für viele normale Büroarbeiter geworden. Der Wandel vollzog sich so rapide, dass IT-Kollaborationsplattformen am Montag unter der ungewohnten Last zusammenbrachen.

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Aber auch die Angestellten kommen ins Schwitzen. Zum Beispiel Eltern sehen sich besonderen Herausforderungen ausgesetzt, wenn sie wegen der geschlossenen Schulen und Kindergärten nun ihren Nachwuchs rund um die Uhr betreuen müssen. Auch der Einzelarbeiter zu Hause wird Probleme bekommen, sich auf die neue Situation einzustellen. Sollen plötzlich gar mehrere Personen in einer Wohnung ihr Home-Office einrichten, ist Chaos vorprogrammiert.

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Wer im Büro einen 27-Zoll-Monitor und eine Tastatur mit ergonomischer Handballenauflage gewohnt ist, wird feststellen, dass ein Laptop kein gleichwertiges Arbeitsgerät ist, sondern auf Dauer ein elektronisch betriebener Rückenschmerz-Generator. Glücklich ist, wer einen freien Schreibtisch, einen ergonomischen Arbeitsstuhl und alle notwendigen Adapter hat, um das Firmen-Laptop mit Bildschirm und Tastatur zum Arbeitsrechner hochzurüsten. Auf dem Sofa kann man den Laptop weiterhin nutzen – nur nicht die ganze Zeit.

Im Home-Office ruht auf den Schultern der Angestellten viel Verantwortung, die ihnen im Büro vom Arbeitgeber oder von Kollegen abgenommen wird. Es geht nicht nur um Arbeitszeit und Arbeitsmenge, sondern zum Beispiel auch um die Instandhaltung der technischen Infrastruktur. Ein Systemupdate kann eine Maschine durchaus mal für ein paar Stunden blockieren. Was im Privat-Betrieb kein substantielles Problem darstellt, – schließlich kann man Netflix auch auf dem Handy gucken – wird für den Remote-Arbeiter schnell zu einem Hindernis mit enormem Frust-Potenzial.

Ebenso muss man dafür Sorge tragen, dass ein im Familien-WhatsApp-Channel empfohlener Link nicht mal eben die Firmen-IT oder auch die Privatrechner der Kollegen kompromittiert. Erste Scammer und andere Kriminelle versuchen die Krise bereits zu nutzen. Wer in einer neuen Umgebung ist und unter Stress steht, neigt eher zum falschen Klick.

IT-Administratoren haben also alle Hände voll zu tun, Remote-Arbeit zu ermöglichen und gleichzeitig die Sicherheit nicht komplett zu kompromittieren. Wo selbst das Silicon Valley Probleme hat, kann der kleine Mittelständler nicht plötzlich die Musterlösung präsentieren. Der sprichwörtliche "Turnschuh-Admin", der lieber mal schnell im Büro alle Wartungsarbeiten übernimmt, statt sie allen Angestellten zu erklären, muss nun andere Wege finden, seine Aufgaben zu erfüllen.

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Derzeit wimmelt es von Ratgebern, die dabei helfen sollen, sich auf die neue Situation einzustellen. Insbesondere wenn man auf die Kooperation mit Kollegen angewiesen ist, ist es unerlässlich, dass man sich auf ein gemeinsames Vorgehen einigt. Und hier ist es manchmal wichtiger, dass zunächst eine Entscheidung getroffen wird, als dass es unbedingt die richtige ist. Auch die Vorgesetzten arbeiten auf unbekanntem Terrain. Falsche Entscheidungen können immerhin noch korrigiert werden.