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Arbeitgeber beklagen Fachkräftemangel: Gut 300.000 Fachleute sollen fehlen

314.800 Fachkräfte aus MINT-Berufen fehlen, beklagen Arbeitgeber. Die Lücke wäre ohne Flüchtlinge noch größer.

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Arbeitgeber beklagen Fachkräftemangel: Gut 300.000 Fachleute sollen fehlen

(Bild: dpa, Nicolas Armer)

Im deutschen Arbeitsmarkt soll die Lücke der Fachkräfte in naturwissenschaftlich-technischen Berufen so groß wie noch nie klaffen. Im April fehlten den Unternehmen hier 314.800 Fachleute, 77.300 oder 32,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie aus einer am Montag vorgelegten Analyse des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervorgeht. Gesucht würden vor allem IT-Fachkräfte, ergab die zweimal im Jahr erstellte Studie im Auftrag unter anderem der Arbeitgeberverbände und der Industrie.

Die Engpässe an Elektrikern bis zu Ingenieuren wären ohne das dynamische Beschäftigungswachstum von Ausländern noch dramatischer, heißt es. In den Feldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zeigten sich auch erste Impulse in Zusammenhang mit ins Land gekommenen Flüchtlingen. "Wäre die Beschäftigung von Ausländern seit Anfang 2013 nur in der geringen Dynamik wie die Beschäftigung von Deutschen gestiegen, würde die Fachkräftelücke heute um rund 148.200 höher ausfallen und damit einen Wert von rund 463.000 erreichen", heißt es in der Studie.

Aus Eritrea, Irak, Afghanistan und Syrien kamen der Studie zufolge im dritten Quartal 2017 fast 16.400 Beschäftigte aus dem MINT-Bereich, nachdem es ein Jahr zuvor 8000 gewesen waren. Der Anteil der MINT- an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei unter den Personen aus den Hauptherkunftsländern der Flüchtlinge von 8,0 Prozent zum Ende 2012 auf 12,4 Prozent im dritten Quartal 2017 gestiegen. (anw)

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