Arbeitgeber gegen Recht auf Homeoffice – "politischer Ladenhüter"

Die Arbeitgeberverbände kritisieren das geplante Recht auf Heimarbeit als Beschränkung von Wachstum. Der Arbeitsminister will im Herbst ein Gesetz vorlegen.

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(Bild: SFIO CRACHO/Shutterstock.com)

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  • dpa

Die Arbeitgeber lehnen Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ab, das Recht auf Arbeit von zu Hause aus gesetzlich zu verankern. "Politische Ladenhüter aus der Zeit vor dem größten Wirtschaftsrückgang seit vielen Jahrzehnten aufzuwärmen, wirkt etwas aus der Zeit gefallen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, am Sonntag. "Wir brauchen ein Belastungsmoratorium statt weiterer Vorgaben, die Wachstum und Flexibilität beschränken."

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Ursprünglich hatte Bundesarbeitsminister Heil schon Anfang 2019 verkündet, ein Recht auf Homeoffice einführen zu wollen. Arbeitnehmer sollten unter bestimmten Bedingungen ein Recht auf Arbeiten von zuhause aus erhalten, mit dem "die Balance von Sicherheit und Flexibilität gewahrt" bleiben soll.

Es sei im Interesse von Arbeitgebern und Beschäftigten gleichermaßen, mobiles Arbeiten dort einzusetzen, wo es möglich und sinnvoll sei, so Kampeter. "Dabei müssen betriebliche Belange und die Wünsche der Kunden eine zentrale Rolle spielen. Mit Homeoffice allein kann die Wirtschaft nicht am Laufen gehalten werden."

Heil sagte der Bild am Sonntag: "Ich arbeite an einem neuen Gesetz für ein Recht auf Homeoffice, das ich bis Herbst vorlegen werde. Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können – auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist." Weiter sagte er: "Man darf entweder komplett auf Homeoffice umsteigen oder auch nur für ein oder zwei Tage die Woche." Ersten vorsichtigen Schätzungen zufolge sei die Zahl der Arbeitnehmer im Homeoffice in der Corona-Krise von 12 auf 25 Prozent aller Beschäftigten gestiegen. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) pries ebenfalls die Vorzüge des Arbeitens von zu Hause aus.

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Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt sagte am Sonntag: "Es ist längst an der Zeit, dass aus dem Privileg, das bisher nur für wenige gilt, ein Anspruch auf Homeoffice für viele wird. Wer möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll von zuhause aus arbeiten können." Damit Arbeiten von zuhause überhaupt technisch reibungslos möglich sei, brauche es endlich auch einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet. "Homeoffice oder mobiles Arbeiten darf immer nur freiwillig sein und braucht verbindliche Regeln: niemand sollte dazu gezwungen werden und Homeoffice darf nicht dazu führen, dass Arbeit grenzenlos wird." (tiw)