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Arcor testet VDSL in Thüringer Gemeinde

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In Ballstädt, einem bisher vom DSL-Boom unberührten Dorf in Thüringen, bricht das Breitbandzeitalter an. Ein Pilotprojekt des Eschborner Netzbetreibers Arcor bringt VDSL in die 720-Seelen-Gemeinde im Landkreis Gotha. Am heutigen Montag gaben Bürgermeisterin Erika Reisser, Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) und Vodafone-Kommunikationschef Thomas Ellerbeck die Leitungen für Ballstädt frei.

Für den VDSL-Anschluss der Gemeinde rüstete Arcor die beiden Kabelverzweiger (Kvz) des Ortes mit Huawei-Technik für den VDSL-Einsatz auf. Die Gemeinde übernahm die Verlegung der Leerrohre für neue Glasfaserleitungen, über die beide Kvz mit dem Netz von Arcor verbunden wurden. Nach Unternehmensangaben war die geographische Nähe des Ortes zum Arcor-Netz ein Kriterium für die Standortwahl. Viele Ballstädter Bürger hätten bereits einen Anschluss beantragt und würden "in Kürze ans Netz genommen", erklärte ein Arcor-Sprecher.

Mit dem Pilotprojekt will Arcor die VDSL-Technik im Alltagsbetrieb testen, teilte das Unternehmen mit. Die in Ballstädt gewonnenen Erfahrungen sollen in die Planung und den Betrieb zukünftiger Hochgeschwindigkeitsnetze einfließen. Arcor hatte vor Jahresfrist angekündigt, in den Aufbau eines eigenen VDSL-Angebots investieren zu wollen. Voraussetzung dafür sei aber der Zugang zu Leerrohren und Infrastruktur der Telekom.

Die Bundesnetzagentur hatte in einer Regulierungsentscheidung vom Juni 2007 die Telekom dazu verpflichtet, Wettbewerbern Zugang zu Leerrohren oder unbeschalteten Glasfasern zu gewähren. Der Entscheid der Behörde wurde von der Telekom mit einem Eilantrag angefochten, im Januar dieses Jahres aber vom Verwaltungsgericht Köln bestätigt. Eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren steht noch aus. (vbr)

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