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Arecibo-Teleskop vorerst gerettet

Das legendäre Radioteleskop Puerto Ricos muss nicht schließen, sich aber neue Partner und Financiers suchen. Von der National Science Foundation kommt bald nur noch ein Bruchteil des Budgets.

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Das Teleskop

Das Arecibo-Teleskop auf Puerto Rico

(Bild: NAIC Arecibo Observatory, a facility of the NSF)

Das gigantische Radioteleskop des Arecibo-Observatoriums auf Puerto Rico darf weiterarbeiten. Das hat die National Science Foundation (NSF) der Vereinigten Staaten diese Woche entschieden. Vorausgegangen war eine Suche nach Partnern, die das Teleskop wissenschaftlich nutzen und dafür auch zahlen können. Nachdem sich zumindest ein potenter Geldgeber gemeldet hat, müssen nun entsprechende Verträge ausgehandelt werden.

Detailaufnahme des Arecibo-Teleskops

(Bild:  David Broad CC BY 3.0 )

Zeit dafür ist bis März. Dann läuft der aktuelle Managementvertrag aus, bei dem die NSF ihre finanzielle Unterstützung schon seit Jahren schrittweise zurückgefahren hat. Nun geht es ans Eingemachte: Von derzeit rund 8,2 Millionen Dollar NSF-Zuschuss pro Jahr sollen laut Washington Post in fünf Jahren nur noch zwei Millionen übrig bleiben.

Immerhin wird die NSF wird die Behebung jener Schäden bezahlen, die Hurrikan Maria dem Teleskop zugefügt hat. Das soll vier bis acht Millionen US-Dollar kosten. Ursprünglich waren weitaus größere Schäden befürchtet worden. Der russische Milliardär Yuri Milner, der die Initiative Breakthrough Listen zur Suche nach außerirdischer Intelligenz unterstützt, hatte 2015 Interesse an der Nutzung Arecibos bekundet. Milners Geld hätte aber eine Reduktion der damaligen NSF-Mittel ausgelöst, weshalb der Auftrag nicht zustande kam.

Die NSF, eine unabhängige Behörde der US-Regierung, unterstützt wissenschaftliche Forschung. Vergangenes Jahr führte die NSF eine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Teleskop durch und begab sich auf die Suche nach neuen Geldgebern für Arecibo, was offenbar Erfolg gezeitigt hat. Wer die neuen Partner werden sollen, ist aber noch nicht bekanntgegeben worden.

Das 1963 fertiggestellte Arecibo-Teleskop war mit 300 Metern Durchmesser bis voriges Jahr das größte Radioteleskop der Welt mit einer einzigen Schüssel. Diesen Rang hat ihm inzwischen das chinesische FAST (Five hundred meter Aperture Spherical Telescope) abgelaufen, dessen Schüssel etwa 500 Meter misst. Die notwendige Kalibrierung dürfte aber noch geraume Zeit in Anspruch nehmen.

Berühmt wurde der monumentale Bau in Arecibo nicht nur durch seine Größe und Bedeutung für die Wissenschaften, sondern auch durch Gastspiele in Film und Fernsehen, etwa dem James-Bond-Film Goldeneye und der Fernsehserie Akte X. Das Teleskop wird unter anderem für Radioastronomie sowie zur Erforschung der Erdatmosphäre eingesetzt.

Chinas FAST: Vom Dorf zum Radioteleskop (10 Bilder)

Dem Riesenteleskop musste ein kleines Dorf weichen.
(Bild: FAST)

(ds)

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