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Arena beschert Unity Media Verluste

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Der neue Fußball-Sender Arena sorgt bei seinem Mutterkonzern Unity Media für tiefrote Zahlen. Während das Kerngeschäft des Kabelnetzbetreibers insbesondere dank vermehrter Nachfrage nach Triple-Play-Diensten wuchs, ging die Zahl der versorgten Kabelanschlüsse gegenüber dem Vorjahr zurück. Arena hat im ersten Jahr bereits über eine Million Abonnenten gewinnen können, belastet die Unternehmenskasse aber mit einem deutlichen Verlust.

Die Unity Media GmbH weist für 2006 mehr als doppelt so viel Umsatz wie im Jahr 2005 aus, verdoppelte allerdings auch den Verlust. Bei einem Jahresumsatz von 870 Millionen Euro erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 213 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 201 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Unity Media 366 Millionen Euro erlöst und damit einen Verlust von 99 Millionen Euro erwirtschaftet.

Hauptverursacher der roten Zahlen ist Arena. Der Bundesligasender zählt inzwischen 1,035 Millionen Abonnenten und erzielte in seinem ersten Jahr einen Umsatz von 82,3 Millionen Euro, trug aber mit einem negativen EBITDA von 132,4 Millionen Euro zum Gesamtergebnis bei. "Arena hat sich als starker Marktkatalysator erwiesen", freut sich Parm Sandhu dennoch über das Ergebnis, das im Rahmen der Erwartungen liege. Der Unity-Chef räumt ein, dass der Bundesligasender "natürlich ein riskantes und ambitioniertes Projekt" sei. Ein Risiko für die fruchtbare Kooperation mit Premiere stellen die Wettbewerbshüter dar.

Premiere hatte den Vertrieb von Arena über die Satellitenplattform wegen möglicher Bedenken des Kartellamts eingestellt. Bis Ende Mai soll nun ein kartellrechtlich unbedenkliches Modell für die Zusammenarbeit der beiden Konkurrenten entwickelt werden. "Wir kooperieren voll mit dem Bundeskartellamt", versicherte Sandhu. Allerdings bringt der Rückschlag die Planungen des Unternehmens etwas aus dem Lot. Eigentlich sollte Arena im zweiten Halbjahr die Gewinnschwelle erreichen. Das, so räumt Sandhu ein, könne sich jetzt verzögern. Doch sei der Sender als langfristiges strategisches Investment gedacht. Der CEO ist trotz Milliardenschulden optimistisch und zu neuen Investitionen bereit, auch in der Bieterrunde für die Pay-TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2009/10. Hinter Unity Media stehen Finanzinvestoren, darunter die Finakabel Holding, Apollo und Golden Tree.

Wenig Sorgen macht sich der Unity-Chef über das Stammgeschäft. Zwar gingen im Kabelbereich die Zahl der Anschlüsse – auch aufgrund des Verkaufs von Teilen der Tele Columbus – etwas zurück, die Kennzahl der so genannten umsatzbringenden Einheiten (Revenue Generating Units, RGU) stieg dagegen im Jahresvergleich um 8,6 Prozent an. So würden sich immer mehr Kabelkunden für digitale Dienste, Internet und Telefon über den Kabelanschluss entscheiden; hier soll der Ausbau der Kabelnetze fortgesetzt werden. Die Kabelsparte mit ish und iesy steigerte den Umsatz von 567,5 auf 599,4 Millionen Euro. Das EBITDA gab leicht von 274 auf 269,2 Millionen Euro nach. Zum Jahreswechsel hatte das Unternehmen rund 5,1 Millionen Kunden unter Vertrag. (vbr)