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Technology Review

Armbandsensoren messen Erregungszustände

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Das Start-up Neumitra aus Boston hat ein Gerät entwickelt, mit dem sich aus diversen organischen Faktoren ermitteln lässt, wie gestresst ein Mensch ist – selbst wenn er das persönlich gar nicht bewusst wahrnimmt. Der uhrenartige Sensor namens Bandu wird am Handgelenk getragen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Erregungszustände kann er über die Messung unbewusster Bewegungen, die Hautleitfähigkeit, Perspiration der Haut sowie die Hauttemperatur erfassen.

Die Ergebnisse werden dann per Kurzstreckenfunk an ein Smartphone gesendet, wo sie zur späteren Analyse gespeichert werden. Der Stresssensor verfügt über einen kleinen Bildschirm und kann den Nutzer auch warnen – und ihm bei zu viel Stress beispielsweise vorschlagen, mit Meditation zu entspannen oder sich mit einem Musiktitel abzulenken.

Momentan ist der Bandu noch nicht im Handel verfügbar, sondern wird in Forschungsprojekten eingesetzt. So versuchen Wissenschaftler am Massachusetts General Hospital mit dem Gerät, Betroffenen beim Umgang mit einer posttraumatischen Belastungsstörung oder anderen Angsterkrankungen zu helfen. Ziel dabei ist es, genau zu erfassen, welche externen Bedingungen Panikschübe auslösen, um diese dann therapeutisch anzugehen. Die Technik könnte aber auch für Marktstudien eingesetzt werden. Dabei werden dann Erregungszustände gemessen, während eine Versuchsperson ein bestimmtes Produkt oder einen Werbespot betrachtet.

Die Technik von Neumitra ähnelt der eines zweiten Start-ups auf dem Feld. Die Firma Affectiva ging wie Neumitra als Spin-off aus der Hochschule MIT hervor und arbeitet ebenfalls im Bereich der medizinischen Forschung. Der Q Sensor von Affectiva soll im Handel 2000 US-Dollar kosten, Bandu von Neumitra noch in diesem Jahr ab 250 Dollar angeboten werden.

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(bsc)

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