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Ashley Madison: Sooo viele Frauen hier

Das gehackte Seitensprungportal behauptet einen erstaunlich hohen Anteil aktiver User weiblichen Geschlechts zu haben. Derweil hat John McAfee erfolgreiche User gesucht, aber keine gefunden.

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Zirkusposter mit Clown

Jede Ähnlichkeit zu Ereignissen in einer Zirkus-Manege ist reiner Zufall.

Der Hack des Seitensprung-Vermittlers Ashley Madison zeigt auf, dass die Erfolgschancen der zahlenden Männer gering sein müssen. Die Analyse der Journalistin Annalee Newitz ergab ein Verhältnis von höchstens 12.000 aktiven Frauen zu 30 Millionen aktiven Männern. Ashley Madison reagiert ungehalten und veröffentlicht gar erstaunliche Zahlen: Im ersten Halbjahr 2015 soll das Verhältnis aktiver Nutzer 1 Frau zu 1,2 Männern betragen haben.

Doch zunächst halt das Unternehmen in seiner Mitteilung fest, dass es sich regen Userzustroms erfreue. Alleine in der vergangenen Woche wären "Hunderttausende" neue Nutzer hinzugekommen, darunter 87.596 Frauen. Angesichts der weltweiten Aufmerksamkeit überrascht das nicht.

Safer Sex, Leute!

(Bild: supermnfosh CC-BY-SA 2.0)

"Einige Journalisten haben den Fokus vom kriminellen Akt gegen Ashley Madison umgedreht und uns attackiert anstatt die Hacker", beschwert sich Avid Life Media, der Eigentümer der Website. Die Journalistin habe "inkorrekte Annahmen" getroffen und falsche Schlüsse gezogen. Vergangene Woche hätten Frauen 2,8 Millionen Nachrichten über die Plattform verschickt.

Und etwa 70 Prozent der Umsätze kämen von Männern, die schon früher einmal bezahlt hätten. "Wir glauben, dass das glückliche Kunden auf einer konsistenten Basis zeigt", schreibt die Firma, und lädt jedermann zum Besuch ihrer Website ein, "um sich selbst eine Meinung zu bilden." Auf den Vorwurf, Geld für das Löschen von Datensätzen kassiert, die Daten aber nicht gelöscht zu haben, geht die Mitteilung nicht ein.

John McAfee, Gründer der in Intel aufgegangenen Virenschutz-Firma, hat die Daten ebenfalls analysiert und glaubt, dass nur 1.400 Frauen Ashley Madison genutzt haben. Das ergäbe ein Verhältnis von etwa 20.000 Männern pro Frau, schreibt er in einem Beitrag auf Business Insider. Rein mathematisch sind die Chancen also gering, eine Userin ins Bett zu kriegen.

Über seine Social-Media-Präsenzen sowie in einem anderen Artikel hatte McAfee den Opfern des Hacks seinen Rat angeboten. "Ich habe 863 E-Mails mit Ersuchen um Rat erhalten", berichtet McAfee, "Alle waren Männer. Keiner hatte eine Frau abgeschleppt."

Danach bat er seine Follower um Berichte über erfolgreiche Ashley-Dates. "Ich habe weniger als Hundert Antworten bekommen – überwiegend von Männern, aber wieder hatte keiner davon tatsächlich eine Frau abgeschleppt", sagt McAfee. Selbstredend sind seine Erhebungsmethoden keine statistisch validen Erhebungen.

Und aus illegal veröffentlichten E-Mails soll hervorgehen, dass Noel Biedermann wenigstens zwei Affären gehabt haben soll. Er hatte Ashley Madison gemeinsam mit seiner Gattin gegründet und musste infolge des Hacks seinen Hut nehmen. Zumindest eine der beiden willigen Damen hat Biderman laut dem Bericht finanziell für ihren Zeitaufwand entschädigt. Dem Bericht lässt sich allerdings nicht entnehmen, dass diese Affären durch die Website vermittelt worden wären. (ds)