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Assange erwägt Klage gegen Schweden

Als "wichtigen Sieg" hat Wikileaks-Gründer Assange das Ende der Ermittlungen wegen Vergewaltigung bezeichnet und erwägt jetzt selbst eine Klage gegen den schwedischen Staat.

Julian Assange

(Bild: dpa, Facundo Arrizabalaga)

Die Entscheidung der schwedischen Justiz, die Vergewaltigungsvorwürfe fallenzulassen, bezeichnete Assange am Freitagabend als "wichtigen Sieg". Vom Balkon seines selbst gewählten Exils rief der Australier zugleich: "Der richtige Krieg fängt gerade erst an." Der 45-Jährige lebt seit 2012 in der Botschaft Ecuadors in London, um einer Auslieferung zu entgehen.

Der Konflikt mit Großbritannien und den USA sei noch nicht beendet. Die Staatsanwaltschaft in Stockholm hatte zuvor mitgeteilt, ihre Ermittlungen gegen Assange einzustellen. "Wir sehen keine Möglichkeiten, die Ermittlungen weiter voranzubringen", sagte Anklägerin Marianne Ny. Die Schuldfrage sei damit aber nicht geklärt. Assange hatte stets seine Unschuld beteuert.

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Wegen seiner Behandlung durch Schweden erwägt Assange nach Medienberichten eine Klage gegen den schwedischen Staat. "Es geht nicht um Geld, sondern um Wiedergutmachung", zitierte das schwedische Radio seinen Anwalt Per E. Samuelson. Die Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn stammen aus dem Jahr 2010. Nach langem Hin und Her war er im November in der Botschaft Ecuadors vernommen worden.

Ecuador begrüßte die Entscheidung der schwedischen Justiz. "Der europäische Haftbefehl gilt nicht länger", teilte Außenminister Guillaume Long in Quito mit. Das Vereinigte Königreich müsse Assange nun eine sichere Passage garantieren. Wenn Großbritannien dies gewähre, sei Assange in Ecuador willkommen. (Mit Material von dpa) / (js)

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