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Assange will ecuadorianische Botschaft "bald" verlassen

Der Wikileaks-Gründer wollte Berichte, laut denen gesundheitliche Gründe ihn dazu zwingen könnten, die Botschaft zu verlassen, weder dementieren noch bestätigen.

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Der Wikileaks-Gründer Julian Assange hat angekündigt, sein diplomatisches Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London "bald" zu verlassen. Berichte britischer Medien, nach denen gesundheitliche Gründe Assange zu diesem Schritt zwingen, wollte Assange weder dementieren noch bestätigen. Er lehnte Fragen zu seinem Gesundheitszustand ab. Die Medien hatten berichtet, dass Assange unter Bluthochdruck und Herzrythmusstörungen leide und ärztliche Behandlung in einem Krankenhaus benötige.

Julian Assange

(Bild: dpa)

Zuvor hatte der ecuadorianische Außenminister Ricardo Patiño erklärt, sein Land werde Assange weiterhin "diplomatischen Schutz" gewähren. Assange hält sich seit zwei Jahren in der Botschaft auf. "Zwei Jahre sind genug. Die Situation muss ein Ende haben", erklärte Patiño. Der Außenminister warf der britischen Regierung vor, kein Interesse an einer diplomatischen Lösung des Falls Assange zu zeigen. Sie verletzte Assanges Menschenrechte, wenn sie ihm nicht garantiere, dass er die Botschaft verlassen kann, ohne verhaftet zu werden.

In seinem langen Statement vor ausgewählten Pressevertretern, das im Stream mit spanischer Übersetzung übertragen wurde, kritisierte Assange ausführlich die Medien für ihre Berichterstattung. Er sei entgegen aller Darstellungen nicht angeklagt. Er kritisierte außerdem das schleppende Verfahren der schwedischen Behörden in seinem Fall.

In Schweden untersucht die Staatsanwaltschaft zwei Fälle, in denen Assange der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung in einem minderschweren Fall beschuldigt wird. Sie will ihn dazu auf schwedischem Boden befragen, nicht in der Botschaft von Ecuador. Eine Klage gegen dieses Vorhaben der Staatsanwaltschaft geht in Schweden in die zweite Instanz. Zuvor hatte Assange in allen Instanzen seine Klagen gegen die britischen Behörden verloren, die ihn an Schweden ausliefern wollen. Nach der Entscheidung des obersten britischen Gerichtshofes hatte sich Assange in die Botschaft von Ecuador begeben und Asyl beantragt. (anw)