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Asteroiden deutlich schwerer zu zerstören als bislang gedacht

Bislang dachten Forscher, dass Asteroiden mit zunehmender Größe leichter zu zerstören sind. Eine neue Simulation kommt genau zum gegenteiligen Ergebnis.

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Asteroiden deutlich schwerer zu zerstören als bislang gedacht

Die Kollision in der Simulation

(Bild: Charles El Mir/Johns Hopkins University)

Große Asteroiden sind deutlich stabiler und deswegen schwerer zu zerstören, als lange angenommen. Das haben Forscher der Johns Hopkins University berechnet und damit eine Annahme berichtigt, die vor mehr als einem Jahrzehnt anhand eines Computermodells entwickelt worden war. Das hatte noch nahegelegt, dass Asteroiden mit zunehmender Größe leichter aufzubrechen wären, weil sie immer mehr strukturelle Fehler aufwiesen. Ein verbessertes Modell zeigt laut den Forschern um Charles El Mir nun genau das Gegenteil.

Wie die Wissenschaftler erläutern, ist es immer noch schwierig Objekte von der Größe eines Asteroiden zu modellieren. In den frühen 2000er-Jahren habe ein Forschungsteam in einer Simulation einen etwa einen Kilometer messenden Asteroiden direkt mit fünf Kilometern pro Sekunde in einen 25 Kilometer durchmessenden Asteroiden krachen lassen. Ihren Ergebnissen zufolge sollte der große dabei vollständig zerstört werden. Mit genaueren Daten und einem viel detaillierteren Modell wurde die Simulation nun erneut durchlaufen lassen.

Nun habe man die Abläufe in viel kleinerem Rahmen simulieren können und vor allem die begrenzte Geschwindigkeit von entstehenden Rissen in dem Asteroiden einbeziehen können. Demnach entstehen davon zwar Millionen bei solch einer Kollision und Teile des Asteroiden würden wie Sand fließen. Insgesamt würde ein solcher Asteroid aber doch nicht zerbrechen und auch nicht in eine lose Ansammlung von Gestein aufgesprengt.

Stattdessen würde sein Kern stabil bleiben und den Rest mit seiner Gravitation innerhalb von Stunden wieder zusammenziehen. Weil der Asteroid dabei nicht komplett zerrissen werde, würde er sogar sehr stabil bleiben. Zu seiner Zerstörung wäre also deutlich mehr Energie erforderlich, als lange angenommen.

Ihre Arbeit klinge zwar wie Science Fiction, gestehen die Forscher ein, aber sie könne reale Konsequenzen haben. Sollte tatsächlich einmal ein großer Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde gefunden werden, werde sich die Frage stellen, ob versucht werden sollte, ihn abzulenken oder zu zerstören. Sollte man dann für eine Zerstörung plädieren, dann wäre es unabdingbar zu wissen, wie viel Energie dafür nötig wäre. (mho)