Asteroidensonde Hayabusa2 beginnt ihren Rückflug zur Erde

Noch ziemlich langsam entfernt sich Hayabusa2 nun von ihrem Asteroiden Ryugu. In etwa einem Jahr soll sie die Erde erreichen und ihre Gesteinsproben abliefern.

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Der Asteroid Ryugu aus der Nähe

(Bild: JAXA)

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Die japanische Raumsonde Hayabusa2 hat erste Triebwerke gezündet und begonnen, sich von ihrem Asteroiden Ryugu zu entfernen. Das teilte die japanische Weltraumagentur JAXA mit und erklärte, dass die Sonde den Asteroiden gegenwärtig mit einer relativen Geschwindigkeit von rund 9,2 Zentimetern pro Sekunde (0,33 km/h) hinter sich lässt. Die Bestätigung dafür, dass die vorporgammierte Schubsequenz durchgeführt worden war, ist demnach um kurz nach 10 Uhr japanischer Zeit (2 Uhr MEZ) auf der Erde angekommen. Ende 2020 soll die Sonde wieder die Erde erreichen.

Hayabusa2 hatte ihren Asteroiden 2018 nach fast vier Jahren Reisezeit erreicht und seitdem ein umfangreiches Forschungsprogramm durchgeführt. So setzte die Sonde mehrere Lander aus, darunter den vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelten Mascot. In diesem Jahr flog die Sonde dann außerdem noch gleich zweimal selbst zur Oberfläche und sammelte dort Gesteinsproben ein, die sie nun zur Erde zurückbringen soll. Die beteiligten Wissenschaftler wollen anhand dieser Proben die Ursprünge des Asteroiden und unseres Sonnensystems erforschen.

Die Forscher gehen davon aus, dass in dem eingesammelten Material Spuren aus jener Zeit überdauert haben, als unser Sonnensystem vor rund 4,6 Milliarden Jahren entstanden ist. Es könnte organische Moleküle sowie Wasser enthalten, so die JAXA. Ähnliche Asteroiden könnten bei Einschlägen auf der Erde auch Wasser zu unserem Planeten gebracht haben. "Wir sind dem Asteroiden Ryugu dankbar und sind ehrlich gesagt traurig, ihn zu verlassen", sagte Projektmanager Yuichi Tsuda nun anlässlich des Rückreisebeginns laut dpa.

Sonnenschein auf Ryugu (13 Bilder)

(Bild: JAXA)

Zuletzt war Hayabusa2 20 Kilometer von Ryugu entfernt und bis zu einer Distanz von 50 Kilometern wird die Sonde noch Fotos des Asteroiden machen, die die japanische Weltraumagentur veröffentlicht. Wenn Hayabusa2 dann den Einflussbereich der Gravitation des Himmelskörpers verlässt, soll sie ihre Ionentriebwerke aktivieren und testen. Gegen Ende des Monats soll sie dann mit deren Hilfe die eigentliche Rückflugphase beginnen. Die Forscher haben derweil bereits zusammengetragen, dass die Mission den Großteil ihrer wissenschaftlichen Ziele erfüllt hat. Einige wenige müssten noch bestätigt werden und die einzigen bislang nicht erfüllten, hängen demnach an der Ablieferung der Gesteinsproben.

Detailaufnahme von Ryugu (2 Bilder)

Die bislang am höchsten aufgelöste Aufnahme von Ryugu
(Bild: JAXA, University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, Aizu University, AIST)

(mho)