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Astronomen beobachten die Geburt eines Planeten

Erstmals ist es Wissenschaftlern gelungen, einen Exoplaneten nachzuweisen, der noch sehr jung und mitten in seiner Entstehung ist. Anhand des 450 Lichtjahre entfernten Systems können Astronomen nun ihre Theorien zur Planetenentstehung überprüfen.

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Astronomen beobachten Geburt eines Planeten

Das System mit der Lücke im Staubgürtel und dem nun nachgewiesenen jungen Exoplaneten (unten rechts). Daneben gibt es in dem System aber offensichtlich noch andere Exoplaneten.

(Bild: Stephanie Sallum/University of Arizona)

Astronomen haben nach eigenen Angaben erstmals die Geburt eines neuen Planeten direkt verfolgt. Das Team um Stephanie Sallum von der Universität von Arizona in Tucson konnte die Signatur von heißem Gas und Staub nachweisen, die sich zu einem entstehenden Planeten sammeln. Ihre Beobachtungen präsentieren die Wissenschaftler im britischen Fachblatt Nature.

Künstlerische Darstellung der entstehenden Planeten

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Die Astronomen hatten den werdenden Planeten mit der Katalognummer LkCa 15b ins Visier genommen, der bereits vor einigen Jahren entdeckt worden war. Er ist 450 Lichtjahre von der Erde entfernt. LkCa 15b umkreist einen in kosmischen Maßstäben sehr jungen Stern, der erst zwei Millionen Jahre alt ist und gerade ein Planetensystem bildet. Die Planeten entstehen aus einer riesigen Gas- und Staubscheibe, die den Stern umgibt. Im Inneren haben sie die Scheibe bereits weitgehend leergeräumt: Das ist auch auf den Bildern zu erkennen, die sie veröffentlicht haben.

Mit Teleskopen in Chile und den USA gelang es dem Team nun erstmals, die charakteristische Strahlung von 9700 Grad heißem Wasserstoffgas sowie das Leuchten von glühend heißem Staub nachzuweisen, die auf den jungen Protoplaneten fallen und ihn so wachsen lassen. Damit sei erstmals die direkte Beobachtung dieses Prozesses der Planetenentstehung gelungen, schreiben die Wissenschaftler. Auf den Bildern sind sogar noch zwei weitere Planeten zu sehen, die ebenfalls vergleichsweise jung sein dürften. Sie geben aber nicht die dafür charakteristische Strahlung ab, weswegen ihre Existenz schwerer nachzuweisen ist.

Exoplaneten (18 Bilder)

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(mit Material der dpa) / (mho)

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