Astronomen bestätigen langsames Sterben des Universums

Dass das Universum langsam stirbt, wissen Forscher seit Jahren. Mit einer einmalig ausführlichen Vermessung von 200.000 Galaxien haben sie das nun bestätigt: Im Universum wird heute nur noch halb so viel Energie geschaffen wie vor zwei Milliarden Jahren.

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Astronomische Studie beobachtet das langsame Sterben des Universums

Eine Galaxie in verschiedenen Wellenlängenbereichen.

(Bild: ICRAR/GAMA and ESO)

Von
  • Martin Holland

Eine Gruppe von Forschern hat mit bislang einmaliger Genauigkeit bestätigt, dass im Universum immer weniger Energie geschaffen wird, es also langsam stirbt. Im untersuchten Bereich des Weltalls werde derzeit nur noch halb so viel Energie aus Materie umgewandelt, wie vor zwei Milliarden Jahren, fasst die Europäische Südsternwarte die Ergebnisse zusammen, mit der ältere Studien bestätigt werden. Die Astronomen haben das Ergebnis ihrer Forschung, die Teil des GAMA-Projekts (Galaxy And Mass Assembly) ist, am Montag der Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union vorgestellt.

Mit insgesamt sieben Teleskopen – vier der leistungsstärksten der Welt und drei Weltraumsonden – haben die Astronomen aus aller Welt mehr als 200.000 Galaxien untersucht. Genauer als zuvor und in insgesamt 21 Wellenlängenbereichen haben sie dabei vermessen, wieviel Energie dort geschaffen wird. Zwar sei bereits seit den 1990er-Jahren bekannt, dass diese Energiemenge immer weiter nachlässt. Nun habe man aber gezeigt, dass dies in allen Wellenlängen vom Ultravioletten bis zum Infraroten und von uns aus in allen Richtungen gleichermaßen geschieht.

Die meiste Energie im Universum sei direkt nach dem Urknall entstanden, fasst Forschungsleiter Simon Driver die Grundsätze zusammen. Aber seitdem werde immer weiter zusätzliche Energie aus Materie geschaffen, wenn in Sternen Wasserstoff und Helium fusionieren. Das lasse aber immer weiter nach: "Das Universum hat es sich im Prinzip schon auf dem Sofa gemütlich gemacht, eine Decke übergezogen und ist dabei für immer und ewig einzunicken". Das werde aber noch lange dauern, beruhigt mit Aaron Robotham einer der beteiligten Forscher in einem Artikel auf The Conversation. In einigen Billionen Jahren würden wir von der Erde nur noch die Milchstraße sehen, weil alle anderen Galaxien zu weit weg sind und in einigen Hundert Billionen Jahren werden dann nirgendwo mehr Sterne entstehen.

Animierter Flug durch Galaxien, die vermessen wurden.

(mho)