Astronomen skizzieren Reise des Lebensbausteins Phosphor zur Erde

Phosphor ist ein wichtiger Baustein des Lebens, aber bislang war unklar, wie der auf die Erde gekommen war. Astronomen haben nun einen Weg aufgezeichnet.

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Auf Rosettas Komet gab es Phosphor.

(Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM, CC BY-SA 3.0 IGO )

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Kometen könnten neuen Hinweisen zufolge einen wichtigen Baustein des Lebens auf die Erde gebracht haben. Das zeigt eine Untersuchung, die den Weg von Phosphor auf die Erde nachvollzieht. Phosphor steckt unter anderem in unserem Erbmaterial DNA. Beteiligt an der Studie waren das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und die Europäische Südsternwarte Eso in Garching bei München.

Das internationale Astronomenteam beobachtete, dass bei der Entstehung von Sternen aus Phosphor phosphorhaltige Moleküle wie etwa Phosphormonoxid gebildet werden. "Alles Leben auf der Erde braucht chemisch aktiven Phosphor, etwa den aus Phosphormonoxid", sagte Mitautorin Kathrin Altwegg, emeritierte Professorin der Universität Bern. Phosphor in üblichen Mineralien sei nutzlos für Tiere und Pflanzen.

Mit Hilfe des Alma-Observatoriums in Chile hatten die Astronomen in wolkenähnliche Regionen aus Gas und Staub im All geschaut, in denen Sterne entstehen. Ihre Beobachtung: Junge Sterne bilden dabei durch Stoßwellen und UV-Strahlung aus Phosphor über mehrere Reaktionsschritte hinweg Phosphormonoxid. Dieses steckt zunächst in kleinen Körnchen, die um den Stern herumfliegen und sich später zu Klumpen und schließlich Kometen zusammenschließen.

Eine nachträgliche Überprüfung der 2014 gesendeten Daten der Sonde Rosetta ergab nach Angaben der Autoren, dass der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko tatsächlich Phosphormonoxid enthält. Dies sei ein Hinweis darauf, dass Kometen den chemisch aktiven Phosphor auf die Erde gebracht haben können, sagte Altwegg. Kometen hätten höchstwahrscheinlich viele organische Verbindungen zur Erde transportiert. Die Studie wurde im Fachblatt Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht.

Hochaufgelöste Nahaufnahmen von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (26 Bilder)

Eine Aufnahme aus knapp 10 Kilometern Entfernung, gemacht Ende Oktober 2014 (Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

(mho)