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Astronomie: Beteigeuze dunkel wie nie – Spekulationen über Supernova

Der Stern Beteigeuze aus dem markanten Sternbild Orion ist so dunkel wie noch nie: Das befeuert Spekulationen über eine nahe, gigantische Explosion.

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So hell wie auf dieser Aufnahme ist Beteigeuze (links) aktuell nicht.

(Bild: Rogelio Bernal Andreo, CC BY-SA 3.0 )

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Der markante Stern Beteigeuze hat als einer der hellsten am Nachthimmel in den vergangenen Monaten drastisch an Leuchtkraft verloren und befeuert Spekulationen über eine bevorstehende Supernova. Das geht aus Messungen hervor, wie sie unter anderem beim Astronomers Telegram vorgestellt wurden. Demnach ist die linke Schulter des Sternbilds Orions in einem durchschnittlichen Helligkeitsmaximum auf Platz 6 beziehungsweise 7 der hellsten Sterne, Mitte Dezember war der Stern nun auf Platz 21 abgerutscht. Ist er also normalerweise in etwa so hell wie Rigel (der rechte Fuß), kommt Beteigeuze derzeit nur auf die Helligkeit von Bellatrix (die andere Schulter). Das könnte auf das bevorstehende Ende hindeuten.

Ende Dezember hatten immer mehr Astronomen auf Twitter über die Beobachtungen geschrieben und dabei auch wiederholt darauf hingewiesen, dass Beteigeuze den Theorien zufolge am Ende seines Lebens angekommen ist. Die Astronomen erwarten dafür schließlich eine immense Supernova, die am Nachthimmel etwa so hell wäre wie ein Halbmond. Eigentlich wird die aber in Tausenden oder sogar Hunderttausend Jahren erwartet und nicht zu Lebzeiten aktueller irdischer Beobachter. Weil Beteigeuze sowieso immer stark in der Helligkeit schwankt, ändert auch die nun stärkste Verdunkelung noch nichts an dieser Prognose. Erst wenn der Stern in einigen Wochen nicht wieder heller wird, "dann ist alles möglich", zitiert National Geographic den Astronomen Edward Guinan.

Wie Guinan dem US-Magazin weiter erläutert, schwankt die Helligkeit von Beteigeuze nicht strikt periodisch. Ihm zufolge sind zwei Zyklen bekannt, deren Minimum aktuell zusammenfällt. Deswegen könnte der Stern so dunkel sein, wie noch nie seit Beginn der präzisen Messungen vor einem Jahrhundert, vermutet er. Der Stern ist etwa 600 Lichtjahre von der Erde entfernt und sollte sein dramatisches Ende doch unmittelbar bevorstehen, wäre es natürlich längst geschehen. Aber erst wenn das dabei ausgestrahlte Licht uns erreicht, können wir davon wissen. Für die Erde wäre die Supernova in dieser Entfernung keine Gefahr, versichert National Geographic noch, aber nicht nur für Astronomen wäre es ein einmaliges Himmelsphänomen. (mho)