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Astronomie: Sieben erdähnliche Exoplaneten bei einem Stern entdeckt

Erstmals haben Astronomen ein Sternsystem gefunden, bei dem mindestens drei und vielleicht sogar noch mehr Exoplaneten erdähnliche Verhältnisse bieten könnten. Insgesamt gibt es im System TRAPPIST-1 mindestens sieben Planeten.

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Exoplaneten

TRAPPIST-1 mit seinen Begleitern

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Erstmals haben Astronomen bei einem Stern mehr als ein halbes Dutzend Planeten gefunden, auf denen flüssiges Wasser und damit die wichtigste Voraussetzung für erdähnliches Leben existieren könnte. Drei der insgesamt sieben nun um den Stern namens TRAPPIST-1 entdeckten Exoplaneten liegen der NASA zufolge eindeutig in der sogenannten habitablen Zone, so viele wie noch bei keinem anderen bekannten Stern. Das sei die bislang wichtigste Entdeckung des Weltraumteleskops Spitzer. Damit habe man sechs der sieben Himmelskörper auch bereits genau vermessen und erste Schätzungen deren Masse anstellen können.

Das System von TRAPPIST-1 (12 Bilder)

Die Planeten von  TRAPPIST-1 im Vergleich mit einigen aus dem Sonnensystem
(Bild: NASA/JPL-Caltech/R. Hurt, T. Pyle (IPAC))

Futuristische Reisewerbung für TRAPPIST-1

(Bild: NASA-JPL/Caltech)

Den Forschern zufolge sind alle der nun um TRAPPIST-1 entdeckten Exoplaneten wahrscheinlich Gesteinsplaneten, und auch der Größe nach grundsätzlich mit unserer Erde vergleichbar. Weitere Beobachtungen sollen nun herauszufinden helfen, ob einer oder mehrere der Himmelskörper Atmosphären haben und gegebenenfalls welche Gase darin vorkommen. Weil die Exoplaneten außerdem aus unserer Perspektive direkt vor ihrem Stern entlang gleiten, seien sie außerdem das bislang beste Ziel um Atmosphären in einem anderen Sternsystem zu erforschen, meint Michaël Gillon von der Universität von Liege, der die Erforschung von TRAPPIST-1 leitet.

TRAPPIST-1 ist 40 Lichtjahre von der Erde entfernt und sorgte bereits vergangenes Jahr für Aufsehen. Damals hatten Astronomen bekanntgegeben, dass sie drei Exoplaneten entdeckt hatten, die um den Zwergstern kreisen. Der ist deutlich kleiner, kühler und röter als die Sonne, weswegen seine habitable Zone deutlich näher an ihm liegt, als die unseres Systems um die Sonne. Alle sieben der nun bekannten Begleiter von TRAPPIST-1 haben auch einen engeren Orbit als der Merkur um die Sonne. Dadurch sind sich die einzelnen Exoplaneten auch so nahe, dass ein Beobachter auf deren Oberfläche Nachbarplaneten sehen könnte, ähnlich wie wir unseren Mond sehen.

(Quelle: NASA)

Die nun bekanntgemachte Entdeckung stärkt außerdem die Hoffnung, in Zukunft noch deutlich mehr Exoplaneten zu finden, da es in der Nachbarschaft unserer Erde viele solcher kühlen Zwergsterne gibt. Deren Exoplaneten wären dann leichter zu erforschen. TRAPPIST-1 soll nun nicht nur vom Spitzer-Teleskop sondern auch von Hubble unter die Lupe genommen werden, um schon vor der Inbetriebnahme des James-Webb-Weltraumteleskops so viel wie möglich über das volle System herauszufinden.

Exoplaneten (18 Bilder)

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Die bislang erdähnlichsten Exoplaneten – bestätigt und unbestätigt (*) – in einer habitablen Zone.
(Bild: PHL @ UPR Arecibo)

Mit der Entdeckung und dem Stand der Erforschung von Exoplaneten beschäftigt sich am Donnerstag auch die neueste Folge der #heiseshow. (mho)