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Asus, Asrock, Gigabyte, MSI: Serie-300-Mainboards drängen auf den Markt

Alle großen Mainboard-Hersteller haben Boards mit Intels neuen Chipsätzen H370, B360 und H310 angekündigt, die meisten mit USB Typ C und USB 3.1 Gen 2.

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LGA1151-Mainboard Asus Strix B360-F Gaming mit Intel-Chipsatz der Serie 300 (B360)

LGA1151-Mainboard Asus Strix B360-F Gaming mit Intel-Chipsatz der Serie 300 (B360)

Intels "Coffee-Lake"-Prozessorfamilie für LGA1151-Mainboards hat nicht nur Zuwachs bekommen – nämlich einige neue CPU-Varianten –, sondern auch neue Untersätze: Ab sofort sind wesentlich mehr und deutlich billigere Mainboards mit den Chipsätzen H370, B360 und H310 verfügbar. Später sollen auch noch vPRO-Mainboards mit Q370 und Fernwartung für Büro-PCs kommen. Den eigentlich ebenfalls erwarteten Z390 hat Intel aber nicht vorgestellt.

Im heise-online-Preisvergleich sind bereits 14 Mainboards mit H370, B360 und H310 von MSI und Gigabyte zu finden, die Preise beginnen bei rund 60 Euro. Doch auch Asus und Asrock haben einige Boards angekündigt, insgesamt sind es mehr als 60 Boards und Varianten.

LGA1151-Mainboards mit H370, B360 und H310 (8 Bilder)

Mager ausgestattetes H310-Board für rund 60 Euro: Asus Prime H310M-A
(Bild: Asus)

Der H310 ist dabei mit Vorsicht zu genießen, weil Intel ihn deutlich beschnitten hat. Vor allem fehlt USB 3.1 Gen 2. Das lässt sich zwar leicht mit Zusatzchips wie dem Asmedia ASM3142 nachrüsten, doch das treibt den Preis hoch – und der Preis-Abstand zu billigen B360-Boards ist nicht groß.

Auf H310-Mainboards darf der Prozessor zudem nur zwei DIMM-Fassungen ansteuern für maximal 32 GByte RAM. Die PCIe-Ports des Chipsatzes alias Platform Controller Hub (PCH) H310 schaffen höchstens PCIe 2.0, also 500 MByte/s pro Lane. Das schränkt auch den Nutzen von M.2-Fassungen für NVMe-SSDs auf den H310-Boards ein, denn PCIe 2.0 x4 überträgt maximal 2 GByte/s statt knapp 4 GByte/s wie PCIe 3.0 x4.

Der B360 kann die Ansprüche vieler PC-Nutzer befriedigen, die nicht übertakten wollen – die unbeschränkten Multiplikatoren der "K"-Prozessortypen lassen sich nur auf Mainboards mit "Z"-Chipsätzen ausreizen. Wer aber ohnehin keine K-CPU kauft, bekommt beim B360 alle relevanten Vorteile der Serie 300: Bis zu vier USB-3.1-Gen-2-Ports (SuperSpeed+), bis zu 12 PCIe-3.0-Lanes am PCH und bis zu sechs SATA-6G-Ports.

Mehrere B360-Boards sind auch mit DisplayPort-Buchsen bestückt, was den Anschluss von Ultra-HD-(UHD-) beziehungsweise 4K-Displays mit 60 Hertz Bildfrequenz erleichtert. Für HDMI 2.0 sind anscheinend weiterhin LSPCon-Zusatzchips nötig, die sich nur auf wenigen Mainboards finden.

Während Onboard-DisplayPorts bei Mini-PCs und Bürocomputern großer PC-Marken gängig sind, letztere löten oft sogar gleich zwei davon auf, sind bei den Einzelhandels-(Retail-)Mainboards eher noch DVI-D zu finden

Intel Serie 300 im Vergleich

(Bild: Intel)

Der H370 sitzt zwischen B360 und Z370: Er bietet nur wenig mehr Funktionen als der B360, erlaubt das Übertakten aber nicht. Deshalb stecken die H370-Boards in einer Nische. Der H370 stellt mehr USB-3.1-Ports bereit (bis zu 4 × USB 3.1 Gen 2 und 8 × USB 3.1 Gen 1 alias USB 3.0) und auch mehr PCIe-3.0-Lanes – beides sind eher selten genutzte Vorteile. Auch RST-RAID für NVMe-SSDs bringt recht wenig, weil sich ja schon die Vorteile von NVMe-SSDs im Vergleich zu SATA-6G-SSDs nur selten in typisch genutzten Desktop-PCs zeigen.

Q370-Boards werden später erwartet, ebenso wie Serie-300-Bürocomputer der großen PC-Hersteller Acer, Dell, Fujitsu, HP und Lenovo .

Bei den meisten Desktop-PC-Mainboards sind die USB-Typ-C-Buchsen weiter auf die klassischen USB-Funktionen beschränkt. Die Kombination mit den Alt-Modes für DisplayPort oder HDMI und die Ladefunktion taucht eher bei Mini-PCs auf, vor allem aber in Notebooks.

Während sich bei Notebooks und Mini-PCs zudem auch Thunderbolt 3 (etwas) weiter ausbreitet, halten sich die Hersteller von Desktop-PC-Mainboards diesbezüglich noch immer zurück.

(ciw)

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