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Asus Tinker Board: Neue Infos zum Raspi-Konkurrenten

Der 60-Euro-Bastelcomputer Asus Tinker Board ist nun bei mehr Händlern vorbestellbar; Asus stellt ein Debian-Image bereit und eine FAQ, die viele Detailfragen klärt - etwa zu HDMI 1.4.

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Asus Tinker Board

Asus Tinker Board: Auf dem Rockchip RK3288 sitzt ein kleiner Kühlkörper.

(Bild: Asus)

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Doch kein HDMI 2.0 und die 4K-Auflösung wird bloß hochskaliert: Mit diesen Klarstellungen sorgt Asus in der FAQ zum Tinker Board für Ernüchterung. Der mittlerweile von mehreren deutschen Versandhändlern für 60 Euro zur Vorbestellung angebotene Raspberry-Pi-Konkurrent verliert damit an Attraktivität, hatte Distributor Farnell doch HDMI 2.0 versprochen. Stattdessen gibt es laut Asus-FAQ doch nur HDMI 1.4, also 3840 × 2160 Pixel mit maximal 30 Hz Bildwiederholrate. Und diese UHD-Auflösung entsteht durch das Hochskalieren aus dem Full-HD-Format. Die eingebauten Decoder für H.264- und H.265-(HEVC-)Material sollen aber auch 4K-Videos verarbeiten. Doch einen Treiber für diese Hardware-Decoder liefert Asus auch noch nicht.

Im Vergleich zum Raspi 3 bleiben dem Tinker Board trotzdem ein paar Hardware-Vorzüge: 2 statt 1 GByte RAM, Gigabit- statt Fast Ethernet, HEVC-Decoder in Hardware, stärkere GPU (ARM Mali T760 MP4). Die vier CPU-Kerne des Rockchip RK3288 auf dem Tinker Board takten mit 1,8 GHz zwar höher als die des Raspi 3, es sind aber nur 32-Bitter von Typ Cortex-A17. Asus verspricht trotzdem "nahezu doppelte Geschwindigkeit" wie beim BCM2837 mit vier Cortex-A53 mit 1,2 GHz. Unter Last wird der kleine Kühlkörper auf dem Tinker Board dann aber wohl auch recht warm und das 5-Volt-Netzteil sollte 10, besser 12,5 Watt liefern, so Asus.

Die FAQ im PDF-Format findet man über eine mittlerweile freigeschaltete Support-Webseite, die auch ein Betriebssystem-Image zur Installation auf MicroSD-Karte bereitstellt: Dabei handelt es sich um ein von Asus angepasstes Debian alias TinkerOS. Asus liefert außerdem C- und Python-APIs, um die GPIO-Pins anzusteuern, sowie eine Kompatibilitätliste unter anderem mit MicroSD-Karten, Bluetooth-Tastaturen und TV-Geräten.

Prototypen des Tinker Board hatte Asus schon auf der Computex 2016 gezeigt, dann tauchte der Single-Board Computer Mitte Januar plötzlich bei Farnell Irland auf. Versandhändler Pollin will das Tinker Board ab nächster Woche ausliefern. (ciw)

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